Human Rights Watch: Schwere Vorwürfe gegen Afghanistans Eliten

4. März 2015, 14:53
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Politiker und Amtsträger begingen schwere Menschenrechtsverletzungen

Kabul - Einflussreiche Politiker und Amtsträger in Afghanistan haben sich Aktivisten zufolge schwerer Menschenrechtsverletzungen schuldig gemacht und kommen mit diesen Verbrechen auch noch ungestraft davon. Ein am Mittwoch von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) veröffentlichter Bericht konzentriert sich auf acht von Afghanistans starken Männern.

Sie sind HRW zufolge wichtige Verbündete der NATO-Truppen. In dem Bericht heißt es, der Gouverneur der Provinz Balkh, Atta Mohammed Noor, habe ein Netzwerk von Milizen unterhalten, die Menschenrechtsverletzungen begangen haben sollen. HRW bezieht sich auf einen vertraulichen NATO-Bericht aus dem Jahr 2011, der dies demnach belegt. Im Kundus sollen Milizen Zivilisten ermordet und illegale Steuern eingetrieben haben. Mir Alam, ein ehemaliger Extremisten-Anführer, soll dafür verantwortlich sein.

Dem Polizeichef von Kandahar und wichtigem Verbündeten der USA, Abdul Raziq, wirft HRW unter anderem Folter und außergerichtliche Hinrichtungen vor. Der ehemalige Geheimdienstchef Asadullah Khalid wird der Beihilfe zu einer Reihe von Verbrechen bezichtigt.

Opfer dieser mächtigen Männer würden keine Gerechtigkeit erfahren, betonte HRW. Der ehemalige Präsident Hamid Karzai habe es versäumt, die Täter vor Gericht zu bringen. Die Menschenrechtsaktivisten forderten die neue afghanische Regierung auf, dies nun zu tun. Die USA sollten Präsident Ashraf Ghani dabei unterstützen. (APA, 4.3.2015)

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