"Dann war es Rot"

4. März 2015, 15:02
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Wie der Engländer Matt McClure fünf Sekunden nach seiner Einwechslung vom Platz flog

Der Auftritt war kurz aber unvergesslich. In der englischen vierten Liga kam beim Spiel Tranmere Rovers gegen Wycombe Wanderers der große Moment des 23-jährigen Matt McClure in der 67. Minute. Da wurde er, beim Stande von 1:2 als hängende Spitze für Wycombe eingewechselt, nur fünf Sekunden später mit einer Roten Karte des Feldes verwiesen. Der Schiedsrichter sah bei ihm einen vermeintlichen Ellenbogencheck beim Kopfballduell mit Tranmere´s Adam Dugdale.

"Wenn der Schiedsrichter seinem Arm in Dugdales Mund gesehen hat"

"Der Junge würde nie so etwas machen. Ich kenne ihn, er würde nie jemandem weh tun. Aber wenn der Schiedsrichter seinen Arm in Dugdales Mund gesehen hat, muss er rot geben, das ist Pech, aber das kommt vor", verteidigte Gareth Ainsworth, der Manager von Wycombe, seinen Spieler. Wycombe gewann trotz der 25-minütigen Unterzahlphase 2:1 und steht auf einem Aufstiegsplatz.

Wycombes Twitter-Seite verbreitete die Meldung über den Arbeitstag von McClure, der nur fünf Sekunden dauerte.

In die Rekordbücher kommt er damit trotzdem nicht. Die schnellste rote Karte bekamen ex-aequo Swanseas Walter Boyd und Sheffield Uniteds Keith Gillespie, die jeweils Rot sahen, bevor sie überhaupt das Feld betreten konnten. Gillespie schlug beim Spiel Reading gegen Sheffield United mit dem Ellenbogen Stephen Hunt ins Gesicht.

Hofmanns Blitz-Debüt

In Österreich hält Maximilian Hofmann den Rekord. Das Debüt des Rapid-Verteidigers war nach nicht einmal einer Minute vorbei. Er kassierte in der Saison 2013/14 seinen Ausschluss 49 Sekunden nach Spielbeginn der Partie gegen Sturm Graz, Rapid gewann trotzdem 4:2.

Lee Todds Schreck: "Fuck me that was loud"

Die berühmteste und schnellste Rote Karte eines eingewechselten Spielers, ist die von Lee Todd aus dem Jahr 2000. Der Spieler des englischen Provinzklubs Cross Farm Celtic kassierte sie nach nur zwei (!) Sekunden. Er wurde wegen obszönen Worten vom Platz gestellt. Alles geschah sehr schnell: Nachdem er auf das Spielfeld lief, stand Todd mit dem Rücken zum Schiedsrichter, der das Sonntagsspiel gegen Taunton East Reach Wanderers wieder anpfeifen wollte. Todd wurde vom harschen Ton der Schiedsrichterpfeife überrascht, worauf er sagte: "Fuck me that was loud". Die Rote Karte folgte auf dem Fuß.

"Ich hab weder den Schiedsrichter beschimpft noch irgendwen anderen, jeder hätte das gleiche getan, ich dachte, der bläst mir meinen Kopf weg" – sagte der Engländer nach dem Spiel. (mdt, derStandard.at, 4.3.2015)

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