140 Gefangene in Mexiko beschweren sich über Haftbedingungen

4. März 2015, 08:27
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Auch Drogenboss Guzman unter den Unterzeichnern - Beschwerde bei Nationaler Menschenrechtskommission eingereicht

Mexiko-Stadt – Rund 140 Häftlinge eines Hochsicherheitsgefängnisses in Mexiko haben sich schriftlich bei der Nationalen Menschenrechtskommission über ihre Haftbedingungen beschwert. In dem elfseitigen handgeschriebenen Brief, der am Dienstag vorlag, zitierten die Unterzeichner "zahlreiche Widrigkeiten" wie verdorbenes oder mit Maden versehenes Essen und dreckige, überbelegte Zellen.

Zu den Unterzeichnern gehören ranghohe Drogenschmuggler, Kidnapper und Mörder. Sie beklagten außerdem eine mangelhafte medizinische Versorgung und zu wenig Kommunikationsmöglichkeiten untereinander. Unter ihnen sind zum Beispiel der berüchtigte Chef des Sinaloa-Kartells, Joaquin "El Chapo" Guzman, und Drogenbaron Edgar Valdez alias "La Barbie".

Sie sitzen in dem Gefängnis El Altiplano rund 85 Kilometer westlich von Mexiko-Stadt ein. Ein Vertreter der Menschenrechtskommission sagte, der zuständige Ombudsmann habe den Brief der Gefangenen am Mittwoch vergangener Woche erhalten. Die Anschuldigungen würden nun geprüft, bevor darauf reagiert werde.

Die Menschenrechtsexpertin Sandra Salcedo von der Iberoamerikanischen Universität sagte, auch Schwerkriminelle müssten menschenwürdig behandelt werden. Auch sie beklagte den Zustand in vielen Gefängnissen des Landes. (APA, 4.3.2015)

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