Smart Grids: Salzburger Projekte haben Praxistest bestanden

3. März 2015, 18:34
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Intelligente Lösungen sind billiger als konventioneller Leitungsbau

Mit intelligenten Lösungen - so genannten Smart Grids - ist die Einbindung erneuerbarer Energie in das Stromnetz günstiger möglich als mit konventionellem Leitungsbau: Das ist ein Ergebnis der Projekte der Smart Grids Modellregion Salzburg, die am Dienstagnachmittag bei einem Pressegespräch in Salzburg anlässlich der in den kommenden Tagen stattfindenden Smart Grids Week vorgestellt wurden.

"Wir konnten zeigen, dass Smart Grids technisch funktionieren und billiger sind", zog Michael Strebl, Geschäftsführer der Salzburg Netz GmbH, eine Bilanz der bisherigen Erfahrungen. Konkret sei die Einbindung erneuerbarer Energie ins Stromnetz durch Smart Grids Technologien um bis zu 50 Prozent günstiger als der konventionelle Netzausbau. Damit würden Smart Grids wesentlich dazu beitragen, dass die Energiewende auch leistbar sei, meinte Strebl.

Erfolgreiche Tests

Gemeinsam mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft hat die Salzburg AG mit ihrer Tochter Salzburg Netz GmbH in den vergangenen Jahren zwei Leuchtturmprojekte realisiert: In Köstendorf, einer Gemeinde im Flachgau, wurde in einem Modellgebiet der Einsatz von Smart Grids im Niederspannungsnetz in der Praxis getestet. Die Herausforderung dabei: der hohe Anteil an Photovoltaikanlagen sowie die große Zahl von Elektrofahrzeugen. Das zweite Projekt ist eine auf Smart Grids Anwendungen optimierte Wohnanlage in der Stadt Salzburg, die "Rosa Zukunft". "Wir haben mit unseren Projekten gezeigt, dass es möglich ist, auf erneuerbare Energie zu setzen und trotzdem eine stabile Stromversorgung zu gewährleisten", fasste Strebl zusammen.

Der Umbau des Energiesystems in Richtung erneuerbarer Energie stellt die Netzbetreiber wegen der stark schwankenden Erzeugungsmengen nämlich vor große Herausforderungen. "Erneuerbare Energien brauchen starke Netze", stellte Strebl klar.

Weitere Versuche

Die Flexibilität der Netze müsse weiter steigen, prognostizierte Brigitte Bach, Leiterin des Bereichs Energieforschung am Austrian Institute of Technology (AIT), das mit Siemens, dem Josef-Ressel-Zentrum Salzburg und Salzburg Wohnbau zu den Partnern bei den Projekten der Smart Grids Modellregion gehört. Für Bach geht es in einem nächsten Schritt darum, die Erfahrungen aus den bisherigen Projekten auf die Integration von Nieder-, Mittel- und Hochspannungsnetz zu übertragen sowie Gebäude und Mobilität in das System noch stärker zu integrieren. "Wir müssen die Komplexität erhöhen", sagte Bach zu den künftigen Fragestellungen.

"Wir machen weiter", steht auch für Strebl fest. Unter anderem geht es ihm um Tarifmodelle, mit denen Smart Grids auch einen Mehrwert für die Kunden bringen. Außerdem brauche es regulatorische Rahmenbedingungen, um die Anwendung von Smart Grids für die Netzbetreiber interessant zu machen, forderte Strebl. (APA, 03.03.2015)

  • In Salzburg erhofft man sich viel von Smart Grids.
    foto: ap

    In Salzburg erhofft man sich viel von Smart Grids.

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