Dieses Afrika gibt es nicht: Porträt des Journalisten Ryszard Kapuściński auf Arte

4. März 2015, 05:30
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"Am Puls Afrikas" am Mittwoch um 21.50 Uhr

40 Jahre bereiste der polnische Journalist Ryszard Kapuściński Afrika, erforschte Land und Leute und vermied dabei offizielle Routen und Treffen mit wichtigen Persönlichkeiten. "Lieber fuhr ich in klapprigen Lastwägen umher, zog mit Nomaden durch die Wüste oder war bei Bauern in der tropischen Savanne zu Gast", erinnert sich der Journalist, der als Kriegsreporter über den Sturz des Schahs im Iran genauso berichtete, wie über den Zusammenbruch des kommunistischen Europa und über die Guerillakriege in Lateinamerika.

Weltweite Bekanntheit erlangte er durch seine Berichterstattung aus dem Herzen Afrikas. "Wir sagen Afrika, aber dieses Afrika gibt es in Wahrheit nicht - außer als geografischen Begriff", sagt Kapuściński. 2006, ein Jahr vor seinem Tod, traf er sich eine Woche mit der Regisseurin Olga Prud'homme Farges und Journalist Jan Krauze, um ihr von seiner Faszination für den afrikanischen Kontinent zu erzählen.

1957 war er zum ersten Mal am Puls Afrikas: Seine Leidenschaft war sofort geweckt. Kapuścińskis Stärke war es in der Folge, in Tatsachenberichte seine eigenen Eindrücke und Gefühle einfließen zu lassen. In Büchern, etwa über den äthiopischen Kaiser Haile Selassie, entstand daraus eine eigene journalistische Poesie, die ihn unverwechselbar werden ließ. Umso schmerzlicher war es für die zahlreichen Kapuściński-Verehrer, als kurz nach seinem Tod Aktivitäten für die polnische Geheimpolizei bekannt wurden. (Doris Priesching, DER STANDARD, 4.3.2015)

"Am Puls Afrikas" um 21.50 Uhr auf Arte und sieben Tage auf arte.tv

  • 40 Jahre Chronist Afrikas: der polnische Journalist und Dokumentarist Ryszard Kapuściński, Mittwoch ab 21.50 Uhr auf Arte.
    foto: arte

    40 Jahre Chronist Afrikas: der polnische Journalist und Dokumentarist Ryszard Kapuściński, Mittwoch ab 21.50 Uhr auf Arte.

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