Tinder Plus: Heftige Kritik an vierfachem Preis für Nutzer über 28

3. März 2015, 15:12
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Neues Gebührenmodell der Dating-App sorgt wegen Altersdiskriminierung für Ärger

Auf Tinder flirten kann künftig teuer werden – zumindest, wenn man über 28 Jahre alt ist und mehr Auswahl möchte. Denn die Premiumversion der weltgrößten Dating-App kassiert bei älteren Semestern die vierfache Gebührenhöhe ein. In Großbritannien befindet sich "Tinder Plus" momentan im Test, Nutzer unter 28 Jahren können für 4 Pfund (5,50 Euro) Zusatzoptionen erwerben, wer dieses Alter überschreitet, zahlt mit 15 Pfund (20 Euro) ungefähr das Vierfache.

USA: 30 Jahre als Grenze

In den USA ist "Tinder Plus" ähnlich angelegt, dort zählen Datingpartner offenbar ab 30 Jahren zum alten Eisen. Jüngere Nutzer müssen mit 9,99 Dollar allerdings erheblich mehr als ihre britischen Pendants bezahlen. Mit den Zusatzfunktionen kann man mehr Partner nach links oder rechts wischen und andere Städte als Zielgebiet auswählen. Das Modell hat weltweit zu einem Aufschrei geführt, wie Meedia berichtet. Dabei könnte die Altersdiskriminierung sogar gegen EU-Recht verstoßen, sofern sie nicht auf guten Argumenten beruht (im Unterschied etwa zu einem Studentenrabatt).

Analysten unbeeindruckt

Auch Analysten halten wenig von Tinders Gebührenmodell. Die Analysten von Morgan Stanley erwarten laut Meedia, dass Tinder "wenig Erfolg mit der Monetarisierung durch ein Abo-Modell" haben werde. Übrigens lassen sich die hohen Gebühren relativ leicht umgehen – Tinder funktioniert durch Facebook-Login, wer dort sein Alter auf unter 28 ändert, ist quasi offiziell noch jung. (fsc, derStandard.at, 3.3.2015)

  • Der brasilianische Karneval feierte Tinder mit einem eigenen Umzug. Das altersdiskriminierende Gebührenmodell stößt allerdings auf wenig Gegenliebe.
    foto: ap/brachfield

    Der brasilianische Karneval feierte Tinder mit einem eigenen Umzug. Das altersdiskriminierende Gebührenmodell stößt allerdings auf wenig Gegenliebe.

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