NASA-Sonde vor historischer Begegnung mit dem Zwergplaneten Ceres

3. März 2015, 13:08
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Am kommenden Freitag soll "Dawn" in einen Orbit um das Asteroidengürtel-Objekt einschwenken

Washington - Die Raumsonde "Dawn" ist fast an ihrem Ziel angekommen. An diesem Freitag soll die NASA-Sonde als erster Flugkörper überhaupt in eine Umlaufbahn um einen Zwergplaneten einschwenken. "Das ist eine sehr aufregende Woche für uns", sagte Charles Elachi, der Direktor des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA im kalifornischen Pasadena. nach Angaben der US-Raumfahrtbehörde NASA bereit für den Zielanflug auf den Zwergplaneten Ceres. NASA-Manager Robert Mase gibts sich bei der einer Pressekonferenz am Montag (Ortszeit) zuversichtlich: "Das Raumschiff ist in ausgezeichnetem Zustand und die Annäherung lief bisher fehlerlos."

Die Ankunft werde allerdings unspektakulär verlaufen, so Mase weiter. "Es wird nichts zu sehen geben. Diesen dramatischen Moment in der Einsatzzentrale, den wir von anderen Missionen kennen, den wird es nicht geben." Das liege daran, dass "Dawn" sich zu diesem Zeitpunkt auf der der Erde abgewandten Seite von Ceres befinden werde und keine Funkkommunikation bestehe. Das erlösende Signal, dass "Dawn" die Umlaufbahn mehr als 500 Millionen Kilometer entfernt von der Erde sicher erreicht hat, erwarten die NASA-Wissenschafter für den Freitagabend.

Warten auf das erlösende Signal

Danach müssen die Forscher allerdings erstmal eine Durststrecke durchlaufen: "Dawn" kreist zuerst auf der dunklen Seite von Ceres und kann deshalb keine Fotos machen. "Erst Mitte April beginnt dann unsere wissenschaftliche Phase und dann werden sich die Schleusentore öffnen", sagte Mase. Bis Juni 2016 soll die nur 1,60 Meter lange und 747 Kilogramm schwere Raumsonde den Zwergplaneten erkunden und sich ihm in vier Phasen bis auf 375 Kilometer nähern.

Schon aus dem Anflug heraus hat "Dawn" den Forschern einige Überraschungen offenbart. Besonders die auf den Fotos in zuvor nie da gewesener Schärfe erkennbaren hellen Flecken in einem der Krater von Ceres faszinieren und verblüffen Wissenschafter. Die Punkte konnten auf den bisherigen Bildern noch nicht aufgelöst werden, zu erkennen war lediglich, dass sie mindestens 40 Prozent des auftreffenden Lichts reflektieren. "Diese Eigenheit hat unser Team sehr begeistert, denn sie ist einzigartig im Sonnensystem", sagte die NASA-Wissenschafterin Carol Raymond. "Wir werden herausfinden, um was es sich da genau handelt.

Das Rätsel wird gelöst werden." Möglicherweise könne es sich um freigelegtes Eis handeln, dass Licht reflektiere, sagte Ralf Jaumann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. "Ganz ehrlich: Ceres ist viel spannender als ich gedacht habe."

Geschichtsforschung im All

Die Raumsonde "Dawn" war im September 2007 gestartet und hatte 2011 zunächst den Asteroid Vesta erkundet, der wie Ceres ebenfalls im Planetoidengürtel zwischen den Planeten Mars und Jupiter liegt. Dennoch könnten die beiden Forschungsobjekte unterschiedlicher kaum sein. So entpuppte sich Vesta als steinig und trocken und ähnelt eher den inneren Planeten Merkur, Venus, Erde und Mars. Der 1801 entdeckte Zwergplanet Ceres ist mit einem Durchmesser von 950 Kilometern der dickste Brocken im Planetoidengürtel . Dichtemessungen legen nahe, dass der Himmelskörper zu 25 Prozent aus Wassereis besteht.

"Die Erforschung von Ceres ist wie eine Art Geschichtsforschung im All", sagte NASA-Manager Jim Green. "Daten, die Dawn zur Erde schickt, könnten entscheidend dazu beitragen, zu verstehen, wie das Sonnensystem entstand."

Mit an Bord hat "Dawn" komplett in Deutschland unter der Federführung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Göttingen entwickelte Multispektral-Kameras. Auch nach Juni 2016 könne die insgesamt rund 470 Millionen Dollar (etwa 420 Millionen Euro) teure Mission möglicherweise weitergehen, verriet NASA-Manager Mase. "Je nachdem, wie lange der Treibstoff hält, haben wir sicher noch einige Monate - aber keine Jahre." (APA/red, derStandard.at, 3.3.2015)

  • Je näher Ceres rückt, umso mehr Oberflächendetails werden erkennbar. Am kommenden Freitag wird die "Dawn" in einen Orbit um den Zwergplaneten einschwenken.
    foto: nasa/jpl-caltech/ucla/mps/dlr/ida

    Je näher Ceres rückt, umso mehr Oberflächendetails werden erkennbar. Am kommenden Freitag wird die "Dawn" in einen Orbit um den Zwergplaneten einschwenken.

  • Mit Bildern ist allerdings erst etwas später zu rechnen. Hier eine erste Oberflächenkarte von Ceres.
    foto: nasa/jpl-caltech/ucla/mps/dlr/ida

    Mit Bildern ist allerdings erst etwas später zu rechnen. Hier eine erste Oberflächenkarte von Ceres.

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