Leichter Wein zur Fastenzeit

Kolumne11. März 2015, 13:21
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Leicht sei der Wein, aber kein Leichtgewicht

Sie ist wieder da - die Zeit der Leichtigkeit, die Zeit des Fastens. Damit sie nicht so schwerfällt, muss jetzt alles leichter werden. Auch die Weine. Können sie sonst nicht üppig genug sein, will man sie nun mit geringem Alkohol. Fast alle Winzer haben so ein Leichtgewicht im Programm.

Meist gnadenlos dünn und nichtssagend. Wenn sie überhaupt nach etwas schmecken, dann nach aromatisiertem Mineralwasser, nach sauren Drops oder Industriestahl. Junge Weine, fabriziert aus unreif gelesenen Trauben, hoch im Ertrag, im Keller malträtiert: vor der Vergärung filtriert, schnell abgezogen und im Stahltank eingesperrt, damit sich nur ja kein Funken Charakter entwickelt.

Gestresster Rebstock

Aber es geht auch anders: Einige Querdenker produzieren leichte Weine, die so rein gar nichts mit seichten Wassern zu tun haben, sondern so richtig zur Sache gehen. Das bedeutet mehr Arbeit im Weingarten: Der Rebstock ist eine masochistische Pflanze, die nur unter Stress Höchstleistungen bringt - sie braucht Konkurrenzdruck, sprich dichte Bepflanzung und Begrünung der Rebzeilen.

Die Zuckerentwicklung ist so langsamer, die Trauben können später gelesen werden. Fazit: Wenig Zucker bei langer Reifezeit bedeutet geringen Alkohol bei vollem Aroma. Wer sich mit Qualität kasteien will, kann das etwa mit "Himmel auf Erden" 2013 von Christian Tschida oder "Ex Vero III" 2009 vom Weingut Werlitsch. So geht Fastenzeit. (Christina Fieber, Rondo, DER STANDARD, 6.3.2015)

  • Wer sich mit Qualität kasteien will, kann das etwa mit "Himmel auf Erden" 2013 von Christian Tschida oder "Ex Vero III" 2009 vom Weingut Werlitsch.
    foto: apa/epa/hildenbrand

    Wer sich mit Qualität kasteien will, kann das etwa mit "Himmel auf Erden" 2013 von Christian Tschida oder "Ex Vero III" 2009 vom Weingut Werlitsch.

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