Das beste Stück ... nachgefragt bei Markus Muliar

Kolumne9. März 2015, 10:13
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Michael Hausenblas fragt den Cafetier Markus Muliar, was dieser sieht, wenn er die Brille seines Urgroßvaters betrachtet

"Diese Brille gehörte meinem Urgroßvater, dem Juwelier Mischa Muliar. Mein Großvater, der Schauspieler Fritz Muliar, stellte ihn immer als seinen Erziehungsberechtigten hin. Bis heute ist selbst in der Familie nicht klar, ob es nun sein leiblicher Vater war oder er ihn doch nur adoptiert hat. Ich kann mich an diese Brille erinnern, seit ich ein Kind war. Als ich begann, die Tagebücher meines Großvaters zu transkribieren, ist sie mir wieder in die Hände gefallen.

Seither liegt sie auf meinem Schreibtisch neben einem Foto von Mischa und Fritz. Jedes Mal, wenn ich sie betrachte, überkommt mich die Frage, wie der Blick durch die Brille eines Familienangehörigen Betrachtungsweisen beeinflusst. Das tut mir gut, es ist eine Art Instrument zum Überdenken von Blickwinkeln, ein Philosophie-Instrument und ein objektgewordenes Stück Familiengeschichte, das mich immer wieder fasziniert." (Michael Hausenblas, Rondo, DER STANDARD, 6.3.2015)

Markus Muliar ist Inhaber des Wiener Cafés Markusplatz. Vor kurzem erschien sein Buch "Damit wir uns verstehen! Mein Großvater und ich". Mit Auszügen aus den Tagebüchern Fritz Muliars.

  • Ein objektgewordenes Stück Familiengeschichte: Ich kann mich an diese Brille erinnern, seit ich ein Kind war.
    foto: nathan murrell

    Ein objektgewordenes Stück Familiengeschichte: Ich kann mich an diese Brille erinnern, seit ich ein Kind war.

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