Südkorea: Moon-Sekte feierte umstrittene Massenhochzeit

Ansichtssache3. März 2015, 11:21
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Viele der 3.800 Paare lernten sich erst Tage zuvor kennen - Verstorbener Sektengründer Sun Myung Moon glaubte, dass Liebesheiraten zu kranker Gesellschaft führten

Seoul - Die auch als Moon-Sekte bekannte Vereinigungskirche hat in Südkorea eine ihrer umstrittenen Massenhochzeiten abgehalten. Rund 3.800 identisch gekleidete Paare gaben einander am Dienstag bei der Zeremonie am Sitz der Sekte in Gapyeong östlich von Seoul das Ja-Wort.

Viele von ihnen hatten bereits vor dem Beitritt zur Sekte die Ehe geschlossen, doch erneuerten sie bei der Zeremonie ihr Versprechen. Rund 800 Paare waren nur wenige Tage zuvor bei einer "Verlobungszeremonie" zusammengeführt worden, ohne sich vorher jemals getroffen zu haben.

Geleitet wurde die Feier wie im vergangenen Jahr von Hak Ja Han, der 72-jährigen Witwe des Sektengründers Sun Myung Moon, der im September 2012 im Alter von 92 Jahren gestorben war. Wie üblich bei den Massenhochzeiten trugen die Männer praktisch identische schwarze Anzüge, die Frauen lange weiße Brautkleider mit Schleier.

Olympiastadion und Gehirnwäsche

Die Moon-Sekte praktiziert die Massenhochzeiten seit den frühen 60er-Jahren. Im Jahr 1997 versammelte sie in Washington rund 30.000 Paare zu einer Massenhochzeit. Zwei Jahre später gaben einander im Olympiastadion von Seoul 21.000 Paare das Ja-Wort. Kritiker werfen der Sekte vor, ihre Anhänger einer Gehirnwäsche zu unterziehen.

Die meisten der Ehen wurden früher von Sektengründer Moon persönlich arrangiert, der davon überzeugt war, dass Liebesheiraten zu sexuellen Ausschweifungen und einer kranken Gesellschaft führten. Da Moon eine Vorliebe für multikulturelle Paare hatte, sprechen viele Ehepartner nicht dieselbe Sprache. Inzwischen werden die meisten Ehen von den Eltern arrangiert. Die Eheleute müssen unter Eid ihre Jungfräulichkeit bestätigen und dürfen erst nach 40 Tagen Sex miteinander haben. (APA/red, derStandard.at, 3.3.2015)

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