Jools Holland: Infiziert vom Boogie-Virus

2. März 2015, 16:49
posten

Der britische Sänger, Pianist, Entertainer und TV-Moderator tritt mehrmals in Österreich auf

Jools Holland kennt sie alle - und er hat auch schon alle gehabt. Gemeint sind die Rock-, Pop-, Soul- und Jazzstars, die der 57-jährige britische Sänger, Pianist, Entertainer und TV-Moderator in den letzten fast 35 Jahren vor der Kamera begrüßen konnte.

Geboren in Südostlondon, begann Julian "Jools" Holland ab 1974 gemeinsam mit den Gitarristen/Sängern Chris Difford und Glenn Tilbrook in der lokalen Pubrockszene mitzumischen. Als Keyboarder der Band Squeeze, die anfänglich dem rohen R & B der frühen Rolling Stones, Pretty Things und Dr. Feelgood nacheiferten - mit Coverversionen der Genre-Standards, die im Zuge der Punkrevolution gegen einen poplastigeren Sound eingetauscht wurden.

Die erste Squeeze-EP produzierte John Cale, als New Wave wurde die Powerpopcombo vermarktet. Squeeze, die mit ihrem Gespür für melodische Hooklines oft mit den Beatles verglichen wurden, hatten 1979 mit Cool For Cats einen Hit landen können.

1982 verließ Holland die Band, moderierte zuerst die Channel-4-Live-Musiksendung The Tube, ab 1992 die BBC-Show Later ... With Jools Holland, seine eigenen musikalischen Ambitionen hat er aber nie aufgegeben. Noch in den 1980ern hatte er nicht nur R & B und Punk für sich entdeckt, sondern auch Ska, Blues, Swing, Old-School-Rock'n Roll, Doo Wop, Music Hall und Bigbandjazz. Vor allem perfektionierte und pflegte er sein Boogie-Woogie-Pianospiel im 18-köpfigen Jools Holland's Rhythm And Blues Orchestra, zudem gastierte er auf diversen Alben - etwa von Marc Almond oder The The.

Laufend veröffentlichte er eigene Platten, oft begleitet er die Stars seiner TV-Shows live am Klavier. So erklärt sich auch die jüngste Holland-CD Sirens Of Song, auf der er mit Vokalistinnen wie Kylie Minogue, Joss Stone, Imelda May, KT Tunstall, Eartha Kitt oder Amy Winehouse auftritt: Mit Letzterer spielt er 2006 den Blue-Beat-Klassiker Monkey Man von Toots & The Maytals.

Weiters gibt es Coverversionen von Cole Porter, Ray Charles, Stevie Wonder oder The Clash. Mit von der Partie sind auch die jamaikanische Sängerin Ruby Turner sowie Louise Marshall und Mabel Ray, die jetzt genau wie Perkussionist George Latham zum Line-up der aktuellen Tour gehören. (dog, DER STANDARD, 3.3.2015)

2.3., Wien, Porgy & Bess

3.3., Linz, Posthof

4.3., Bad Ischl, Lehartheater

6.3., Dornbirn, Conrad Sohm

  • Österreich-Konzerte mit Jools Holland. Der BBC-Moderator gab musikalische Ambitionen nie auf.
    foto: heribert corn

    Österreich-Konzerte mit Jools Holland. Der BBC-Moderator gab musikalische Ambitionen nie auf.

Share if you care.