Raiffeisen hat keine Schlachtpläne für Fusionen

2. März 2015, 14:44
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Studie: Raiffeisen-Banksparte steht für mehr als zwei Prozent der Wirtschaftsleistung in Österreich

Wien - Bei der Raiffeisen-Geldgruppe in Österreich stehen Fusionen und Zusammenschlüsse an. Schlachtpläne in der Frage von Fusionen gebe es nicht, erklärten am Montag Raiffeisen-Generalanwalt Walter Rothensteiner und Raiffeisenverbands-Generalsekretär Andreas Pangl.

Unter den rund 500 Raiffeisenbanken in den Regionen seien laufend Fusionen im Gang. Entscheidungen, ob man zusammengehe oder nicht, fielen vor Ort. Man sehe bei der Konkurrenz (Volksbanken. Anm.), dass es mit Beschlüssen von oben nicht funktioniere, meint man bei Raiffeisen.

Bei den Volksbanken suchen zur Zeit einige Fusionsgegner wie berichtet ihr Heil bei Hypos, in Vorarlberg prüft die Dornbirner Sparkasse mit der dortigen Landeshypo zusammenzugehen. Abgesehen von diesen Einzelfällen sieht Rothensteiner diese Bewegung aufs Verbale beschränkt.

Dornenvoller Weg

Wer heute wirklich meine, den Sektor wechseln zu müssen, müsse eben den dornenvollen Weg gehen und wo anders Aufnahme suchen. "Normalerweise", so Rothensteiner, "sind das nicht die brillantesten Stücke eines Colliers".

Bei Raiffeisen war einer der spektakuläreren Austritte die ehemalige Raiffeisen Bezirksbank Wolfsberg (RBB), die geriet nach Spekulationsverlusten ins Trudeln, wurde zerteilt, ein Teil ging in der Grawe (Capital Bank) auf.

Die Raiffeisen-Bankengruppe - alle Raiffeisenbanken und auf Bundesebene die österreichrelevanten Aktivitäten von RZB/RBI - hat am Montag ihren ersten "Wertschöpfungsbericht" vorgelegt. Demnach erbrachte die Gruppe nach den Zahlen von 2013 mit 6,1 Mrd. Euro Bruttowertschöpfung rund 2,13 Prozent der Wirtschaftsleistung (BIP) Österreichs. Das sei mehr als doppelt so viel wie die der Telekom Austria und auch knapp höher als der BIP-Beitrag der OMV. Auf Raiffeisen entfiel der Studie zufolge zudem fast die Hälfte der Wirtschaftsleistung aller Finanzdienstleister im Land.

Beschäftigungseffekt

"Unser Beschäftigungseffekt von rund 53.000 Personen entspricht der Einwohnerzahl St. Pöltens, unser gesamter Bruttowertschöpfungsbeitrag übersteigt jenen des gesamten Energieversorgungssektors", sagte Rothensteiner. In der Raiffeisen-Bankengruppe (rund 500 Raiffeisenbanken, 8 Raiffeisen-Landeszentralen, RZB-Gruppe) sind es in Österreich direkt rund 27.000 Leute, umgerechnet auf Vollzeitjobs 24.000. Von jedem dieser Jobs hängt der Studie zufolge hochgerechnet rund ein weiterer Beschäftigungsplatz ab.

Regional, also auf Ebene der Raiffeisenbanken, kommt die Gruppe im Schnitt auf 1,03 Prozent Wertschöpfungsanteil. In grenznahen Gebieten, wie im Bregenzer Wald, Außerfern, Osttirol, oder im Osten im Weinviertel oder im Mittelburgenland, sind es sogar 2 bis 2,6 Prozent. Anders als häufig vermutet, komme die größte Relevanz damit den Banken in grenznahen, exponierten oder strukturschwachen Gebieten zu und nicht denen in Ballungsräumen. "Wir sind da, wo andere schon längst weg sind", sagte Pangl. (APA, 2.3.2015)

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