Jakutien: Gut erhaltenes Wollnashorn im Permafrost entdeckt

2. März 2015, 14:41
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Kadaver des Jungtieres blieb über Jahrtausende konserviert - Nun sollen Analysen der DNA und des Weichteilgewebes neue Erkenntnisse bringen

Jakutsk - In Jakutien haben Jäger eine sensationelle Entdeckung gemacht: Sie fanden in der Region Abyssky im Permafrostboden die Überreste eines tausende Jahre alten Wollnashorns. Der Kadaver des Jungtieres ist offenbar in erstaunlich gutem Zustand: Nicht nur Wolle, sondern auch ein Auge, ein Ohr, sowie das Maul sind sichtlich gut erhalten. Auch die gesamte Haut, Organe, Zähne und der Kopf inklusive des Gehirns wurden im Permafrost konserviert.

Albert Protopopow von der Akademie der Wissenschaften der Teilrepublik Jakutien sprach von einem "einzigartigen Fund". Nach ersten Schätzungen lebte das Tier in der Schlussphase des Pleistozäns, jenem Zeitalter der Erdgeschichte, das vor etwa 12.000 Jahren endete. In etwa diese Zeit wird auch das Aussterben der Spezies angesiedelt.

Zufällige Entdeckung

Schon in der Vergangenheit wurden zahlreiche Fossilien in ganz Europa und Russland gefunden, in Jakutien auch ein halbes Dutzend mumifizierter Kadaver. Das Jungtier aus dem Permafrost stellt aber eine kleine Sensation dar, so Protopopow. Neben DNA-Analysen sollen nun weitreichende Untersuchungen am erhaltenen Weichteilgewebe erfolgen.

Jäger hatten das Wollnashorn bereits im vergangenen September im Nordosten der Region etwa 4.500 Kilometer östlich Moskau zufällig entdeckt und die Forscher verständigt. Doch erst in der letzten Februarwoche 2015 wurde der Fund den Wissenschaftern in Jakutsk offiziell übergeben. Dort erhielt das Tier den Namen "Sascha" - zu Ehren von einem der Finder, Alexander Sascha Banderov.

Vor 12.000 Jahren ausgestorben

Das Wollnashorn (Coelodonta antiquitatis) war ein Zeitgenosse des Mammuts und lebte einst zwischen Europa und Ostasien. Wie viele andere große Tierarten verschwand es im Zuge der quartären Aussterbewelle vor rund 12.000 Jahren. Ob für das Aussterben der Pflanzenfresser vordergründig Klimaveränderungen, die Jagd durch den jung- und spätpaläolithischen Menschen oder beides verantwortlich war, ist umstritten. (APA/red, derStandard.at, 2.3.2015)

  • Jäger machten den sensationellen Fund in der Nähe des Flusses Semyulyakh in der Region Abyssky rund 4.500 Kilometer östlich von Moskau.
    foto: academy of sciences republic of sakha

    Jäger machten den sensationellen Fund in der Nähe des Flusses Semyulyakh in der Region Abyssky rund 4.500 Kilometer östlich von Moskau.

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