Bisher schlechtester Stimmenanteil der Neos

2. März 2015, 13:02
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Nur durchschnittlich 3,82 Prozent in sieben Gemeinden für die Neos

Wien - Kärnten ist eindeutig nicht die Hochburg der Neos - im Gegenteil: Dort mussten sie sich bei den gestrigen Gemeinderatswahlen mit dem niedrigsten Stimmenanteil ihrer bisher sechs Wahlen zufriedengeben. Bezogen auf die sieben Gemeinden, in denen sie antraten, kamen sie auf nur 3,82 Prozent. Aber sie schafften in fünf der sieben Gemeinden den Einzug in den Gemeinderat.

Unterschiedliche Ergebnisse

Die Kärntner machen es "neuen" Parteien überhaupt nicht leicht: Bis zur Wahl 1999 verwehrten sie - auch mit widrigem Wahlrecht - den Grünen den Einzug in den Landtag. Erst im vierten Anlauf im Jahr 2004 klappte es, mittlerweile sind die Grünen sogar Regierungspartei.

Die 2013 gegründeten Neos versuchten sich bei den gestrigen Gemeinderatswahlen in sieben der 132 Gemeinden - mit hoch unterschiedlichen Ergebnissen: Von 1,65 Prozent in Feldkirchen bzw. 1,84 in Ferlach - wo sie ohne Mandat blieben - bis 8,69 Prozent in Wolfsberg. Wolfsberg war die Hochburg dank einem prominenten Spitzenkandidaten: Der frühere FPÖ-Gemeinderat Heinz Hochegger eroberte für die Neos drei Mandate und wurde zweiter in der Bürgermeisterwahl.

Konkurrenz

Die nächstbesten Ergebnisse fielen deutlich schwächer aus, mit etwas über fünf Prozent und einem Gemeinderatssitz in Krumpendorf und Spittal. Ein Mandat ergatterten die Neos auch in Klagenfurt, wo sie - bei viel Konkurrenz - 3,51 Prozent überzeugten. In Villach reichten 2,39 Prozent für ein Mandat.

Die bisher größte Zustimmung in den sechs Wahlen mit den Neos brachte die EU-Wahl im Mai 2014 mit 8,14 Prozent. In der Premiere bei der Nationalratswahl 2013 hatten sie mit 4,96 Prozent überrascht. Ein Jahr später zogen sie mit 6,89 Prozent - weniger als erwartet - in den Vorarlberger Landtag ein.

Auf Gemeindeebene war die Premiere - in Salzburg im März 2014 - vom Ergebnis her noch ein großer Erfolg: Die Neos eroberten alle vier Gemeinderäte (mit mehr als zehn Prozent in Salzburg-Stadt und Hallein), für die sie antraten, mit im Schnitt 11,43 Prozent. Dafür bescherte Niederösterreich am 25. Jänner den Pinken ihre erste Abfuhr: Sie schafften in nur 23 von 43 Gemeinden Mandatsstärke und über die 43 Gemeinden gerechnet einen Durchschnitt von 4,15 Prozent.

Schwierige Kandidatensuche

Wie mühsam die Eroberung der Ebene - also die Verankerung in den Gemeinden - für neue Parteien ist, erfuhren die Neos schon bei der Kandidatensuche: Bei den Kommunalwahlen schafften sie es nicht einmal ansatzweise, flächendeckend anzutreten. In Salzburg standen sie im März 2014 in nur vier von 119, in Niederösterreich im heurigen Jänner in 43 von 570 und jetzt in Kärnten in sieben von 132 Gemeinden am Stimmzettel. Selbst in Strolz' Heimatland Vorarlberg - wo in zwei Wochen Gemeindevertretungen und Bürgermeister gewählt werden - reichte es nur für vier von 60 Gemeinden. (APA, 2.3.2015)

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