Journalismus braucht klare Regeln

    Editorial13. Juni 2013, 19:29

    Liebe Leserinnen, liebe Leser,

    die Diskussionen über Korruption und Anfüttern zeigen positive Auswirkungen. Immer mehr Unternehmen geben sich interne Richtlinien und definieren ethische Grundsätze. Auch der Journalismus braucht solche klaren Regeln, zumal wir Verstöße anderer kritisieren. Es gibt zwar den Ehrenkodex der österreichischen Presse, dem sich auch DER STANDARD und derStandard.at verpflichtet fühlen. Aber darin werden längst nicht alle Fragen im Umgang mit Einladungen und Kennzeichnung beantwortet. In Österreich fehlt auch eine klare Vorgabe zu Wertpapierbesitz und Berichterstattung. Der Presserat hat nur Empfehlungen abgegeben, die sich auf Veranlagungstipps beziehen. In deutschen Verlagshäusern, bei angelsächsischen Medienunternehmen und bei internationalen Agenturen gilt längst: Wer Aktien eines Unternehmens besitzt, sollte nicht darüber berichten.

    Wir haben diese Grundsätze erarbeitet (nachzulesen unter derStandard.at/Leitlinien), um die journalistische Unabhängigkeit des STANDARD und von derStandard.at noch stärker abzusichern. Das ist ein Signal nach innen und nach außen: Wo enden nette Gesten? Was ist mit der journalistischen Integrität nicht mehr vereinbar? Der Initiative des STANDARD, die mit Vertretern anderer Verlage diskutiert worden ist, haben sich bisher "Die Presse" und das "Wirtschaftsblatt" angeschlossen. Wir wollen damit ein Signal für die ganze Branche setzen.

    Oscar Bronner, Herausgeber         Alexandra Föderl-Schmid, Herausgeberin

    • Artikelbild
      foto: matthias cremer
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