Chile: Frauengipfel fordert raschere Fortschritte zur Gleichberechtigung

2. März 2015, 11:26
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Führende Frauen aus aller Welt zogen Bilanz - Vollständige Gleichberechtigung im aktuellen Tempo erst in 81 Jahren erreicht

Santiago de Chile - Mehr als 60 Frauen in Führungspositionen haben sich in Santiago de Chile auf Einladung der Staatschefin Michelle Bachelet bis Samstag unter dem Motto "Frauen an die Macht und bei der Entscheidungsfindung" beraten. Das Treffen wurde gemeinsam von UN-Women, einer UN-Organisation für Frauenförderung und Gleichberechtigung, und der chilenischen Regierung organisiert.

"Der Weg zur Gleichberechtigung muss ein Ziel haben, es darf nicht eine endlose Schiene sein", erklärte die UN-Women-Direktorin Phumzile Mlambo-Ngcuka in Santiago de Chile vor der Eröffnung des Treffens am Freitag. Die Fortschritte sollten bis 2020 klar sichtbar sein.

Gleichberechtigung? In 81 Jahren

Der Wechsel schreite zu langsam voran. Eine vollständige Gleichberechtigung könne im aktuellen Tempo erst in 81 Jahren erreicht werden, erklärte Bachelet in ihrer Eröffnungsrede. "Wir sind trotz der Fortschritte auf den harten Kern der Ungleichheit gestoßen", sagte die Staatschefin, die bis zu ihrer Amtsübernahme in 2013 UN-Women leitete.

Bachelet am Samstag zum Abschluss des zweitägigen Treffens: "Wir sind uns bewusst, dass das auf den Widerstand derjenigen stoßen wird, die privilegierte Positionen besetzen". 20 Jahre nach der UN-Weltfrauenkonferenz in Peking seien die damals festgelegten Ziele nur teilweise erreicht worden, heißt es im Abschlussdokument der Konferenz.

Kommission erörtert Frauenrechte

An der Konferenz nahmen neben UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon, UN-Women-Direktorin Phumzile Mlambo-Ngcuka und Bachelet unter anderen die Präsidentin Litauens, Dalia Grybauskaite, die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo, Irlands ehemalige Staatschefin Mary Robinson und Friedensnobelpreisträgerin Leymah Gbowee teil. Das Abschlussdokument soll einer Kommission übergeben werden, die im März am New Yorker UN-Sitz den Stand der Frauenrechte erörtern wird. (APA/red, 2.3.2015)

  • Staatschefin Michelle Bachelet mit UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon.
    foto: reuters/ivan alvarado

    Staatschefin Michelle Bachelet mit UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon.

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