Borealis steigert Nettogewinn 2014

2. März 2015, 10:27
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Umsatz legte auf 8,33 Milliarden Euro leicht zu - Nettoverschuldungsquote auf 40 Prozent reduziert

Wien - Der Kunststoff-, Chemie- und Düngemittelhersteller Borealis, an dem die OMV 36 Prozent hält, hat seinen Nettogewinn im vergangenen Jahr um 35 Prozent auf 571 Mio. Euro verbessert. Der Umsatz legte um 2,8 Prozent auf 8,33 Mrd. Euro zu, wie das Unternehmen am Montag bekanntgab. Im Schlussquartal 2014 gab es sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn Rückgänge, wenn auch nicht so stark wie erwartet.

Man habe bereits mit einem schwächeren vierten Quartal 2014 gerechnet, sagte Borealis-Chef Mark Garrett zur APA. Letztlich sei es dann aber besser ausgefallen als erwartet, weil sich der Rückgang der Rohstoffpreise und die damit verbundene Lagerabwertung verzögert habe. Der Umsatz ging im vierten Quartal gegenüber der Vorjahresperiode um 6 Prozent auf 1,98 Mrd. Euro zurück, unterm Strich blieb ein Nettogewinn von 141 Mio. Euro (Vj.:148 Mio. Euro). Die Nettoverschuldung stieg 2014 um 28 Mio. Euro, die Verschuldungsquote (Gearing) wurde von 45 auf 40 Prozent reduziert.

Das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres werde aber sicher schwächer werden als im Vorjahr. "Es muss schlechter ausfallen als 2014, weil der Ölpreis im Jänner im Durchschnitt bei 50 Dollar war." Anfang 2014 waren es über 100 Dollar gewesen. Derzeit kostet ein Fass Rohöl der Nordsee-Sorte Brent rund 62 Dollar.

Ölpreis drückt Preise

Zwar drückt der seit Ende des dritten Quartals 2014 deutlich gesunkene Ölpreis auf die Polyethylen- und Polypropylen-Preise, "aber der Ölpreis ist nur ein Faktor, er schlägt sich nicht direkt durch", sagte Garrett. "Die Preisentwicklung im vergangenen Jahr war positiv, weil wir in einen etwas stärkeren Markt hinein verkaufen konnten. Dieses Jahr erwarten wir eine negative Preisentwicklung, hauptsächlich wegen des Ölpreises." Derzeit sei die Nachfrage nach Borealis-Produkten ziemlich gut. "Wir merken es nicht wie 2009, als der Bedarf im ersten Quartal weggefallen ist. Der Bedarf ist jetzt gut, es ist eher eine Frage von etwas zu viel Öl auf dem Markt."

Das Erweiterungsprojekt "Borouge 3" in Abu Dhabi laufe jetzt mit vier der insgesamt sechs Anlagen "und wird sich positiv auf unseren Gewinn auswirken", erklärte Garrett. "Aber bei den niedrigen Preisen hat Borouge nicht die gleiche Rentabilität wie im vergangenen Jahr."

"Dieses Jahr werden wir nicht so viel Gewinn schreiben wie 2014, aber wir werden solide Zahlen schreiben."

Daran, die Investitionspläne wegen des niedrigen Ölpreises zu kürzen, denkt man bei Borealis nicht. "Antizyklisch zu investieren ist in dieser Branche eine sehr erfolgreiche Strategie", sagte Garrett.

Die Steuernachforderung in Finnland über 282 Mio. Euro wird Borealis noch länger beschäftigen, glaubt der CEO. Man habe dagegen berufen, weil die Forderung der finnischen Steuerbehörde einerseits gar nicht gerechtfertigt und zudem noch falsch berechnet sei. Rückstellungen habe man dafür keine gebildet. "Wir haben das mit unseren Juristen, unabhängigen Steuerberatern und Wirtschaftsprüfern diskutiert, und die sagen, es ist nicht nötig." (APA, 2.3.2015)

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