466.000 Menschen im Februar ohne Job

2. März 2015, 10:08
463 Postings

Die Arbeitslosigkeit bleibt in Österreich weiter hoch. Inklusive Schulungen beträgt die Arbeitslosenrate im Februar 11,9 Prozent

Wien - Im Februar waren in Österreich inklusive Schulungen über 466.000 Menschen arbeitslos. Verglichen mit dem Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit damit um 5,8 Prozent gestiegen. Die Arbeitslosenrate beträgt im Februar 11,9 Prozent (Jänner: 12,1 Prozent). Gegenüber dem Jänner ist die Arbeitslosigkeit damit leicht gefallen. Ob es sich dabei tatsächlich um eine Besserung der Lage handelt, ist noch schwer zu beurteilen. Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) präsentiert um saisonale Schwankungen angepasste Berechnungen gegen Mittag.

Nur mit diesen Zahlen lässt sich die Situation seriös einschätzen. Denn je näher der Frühling kommt, desto mehr Menschen finden auch wieder einen Job. Das ist vor allem wegen stark vom Wetter abhängigen Sektoren wie dem Bau so, der in den kälteren Monaten eine Pause einlegen muss. Weil das aber jedes Jahr so ist, sagen saisonale Schwankungen nichts über die wirkliche Lage am Arbeitsmarkt aus. Zwischen September 2014 und Jänner 2015 ist die Zahl der Arbeitslosen unbereinigt etwa um 100.000 Menschen gestiegen. Davon ist aber nur ein kleiner Teil auf eine tatsächliche Verschlechterung der Lage am Arbeitsmarkt zurückzuführen, der größte Teil des Anstiegs wird von saisonalen Schwankungen verursacht.

Ein Vergleich mit der Situation vor der Krise veranschaulicht das. Zwischen September 2006 und Jänner 2007 ist die Zahl der Arbeitslosen (ohne Schulungen) auch etwa um 100.000 Menschen gestiegen. Berechnungen der Ökonomen haben danach gezeigt, dass die bereinigte Arbeitslosenrate im selben Zeitraum sogar etwas gesunken ist.

Im Februar ist die Zahl der Arbeitslosen vor allem in der Arbeitskräfteüberlassung wieder deutlich höher gewesen als im Vorjahr. Der Anstieg beträgt sechs Prozent. Aber auch im Bau und im Handel waren im Februar fast fünf Prozent mehr Menschen ohne Job als noch im Vorjahr.

Im Moment zeigt sich auch ein deutlicher Unterschied bei der Entwicklung der Arbeitslosigkeit zwischen Inländern und Ausländern. Es gibt im Februar knapp 342.000 arbeitslose Österreich (3,4 Prozent mehr als im Vorjahr) und etwa 125.000 arbeitslose Ausländer (12,9 Prozent mehr). Auch bei Älteren ist der Anstieg deutlich höher als bei Jüngeren. Das liegt laut AMS-Vorstand Johannes Kopf aber vor allem daran, dass es immer mehr ältere Menschen am Arbeitsmarkt gebe. Die Arbeitslosenquote der Älteren steige derzeit unterdurchschnittlich.

Im Vergleich zum Vorjahr war die Zahl der Arbeitslosen vor allem in Salzburg (+9,9 Prozent), Wien (+7,9 Prozent) und Tirol (+7,2 Prozent) deutlich höher. Am geringsten ist der Anstieg im Burgenland und in Kärnten ausgefallen (jeweils +0,5 Prozent). (sat, derStandard.at, 2.3.2015)

Share if you care.