Valve kündigt Virtual-Reality-System mit Raum-Scanner an

2. März 2015, 10:38
83 Postings

Steam VR umfasst VR-Brille, Motion-Controller und Basisstation

Valves Virtual-Reality-System basiert auf einer VR-Brille, einer Steam VR Basisstation und Motion-Controllern. Alle drei Komponenten zusammen sollen Anwendern mittels Bewegungssensoren eine natürliche Fortbewegung und Handhabung in virtuellen Welten ermöglichen. Dies wurde im Vorfeld des Mobile World Congress in Barcelona bekanntgegeben.

Das erste VR-Headset, das Valves Technologien unterstützen wird, ist die VR-Brille Vive von Mobilfunkspezialist HTC. Sie integriert zwei hochauflösende 5 Zoll Displays (à 1.200x1.080 Pixel) mit 90 Hz für einen virtuellen Rundumblick sowie Sensoren zur Erfassung von Kopfbewegungen. Erscheinen soll Vive bereits Ende 2015.

foto: htc vive

Raumfüllend

Valves Einstieg in die virtuelle Realität erscheint zumindest dem ersten Eindruck nach ambitionierter als die bereits in Entwicklung befindlichen Systeme Project Morpheus von Sony und Oculus Rift von Facebook. Denn während letztere Lösungen vorrangig stationäre Erlebnisse im Auge haben, will Valve mittels einer Steam-VR-Basisstation eine Fortbewegung im virtuellen Raum ermöglichen. Diese Basisstation scannt einen Bereich von 4,5 mal 4,5 Metern, in dem die Bewegungen des Spielers erfasst werden, um sie ins Spiel zu übertragen. Gleichzeitig wird man Motion-Controller (für jede Hand einer) bereitstellen, mit denen man mit virtuellen Objekten interagieren kann.

Wie dies alles in Aktion aussieht, wird das Unternehmen in wenigen Tagen auf der Game Developer's Conference (GDC) in San Francisco demonstrieren.

htc

Steam-Welt

Valve wird seine VR-Ambitionen in sein populäres Steam-Ökosystem integrieren. Einerseits bedeutet dies, dass man die von 125 Millionen Usern genutzte PC-Spiele-Plattform für VR-Erlebnisse und -Games anpassen und Entwicklern Programmierschnittstellen und Testgeräte zur Verfügung stellen wird. Andererseits dürfte es auch kein Zufall sein, das Valve auf der GDC die ersten so genannten Steam Machines, Wohnzimmer-taugliche PCs, den neuen Steam Controller und die neue, offene Grafikschnittstellensammlung glNext vorstellen wird.

Es ist gut möglich, dass HTC Vive nur die erste von mehreren VR-Brillen für Steam VR-Plattform ist. Schon bei den Steam Machines verfolgt Valve eine mehrgleisige Strategie und erlaubt unter dem Steam-Deckmantel unterschiedlichsten PC-Herstellern den Verkauf entsprechender Geräte. Vor allem darf man im Hinblick auf die GDC aber auf die ersten VR-Spiele-Demos gespannt sein. Hier hätte Valve mit Serien wie "Half-Life" oder "Portal" gleich mehrere Asse im Ärmel. Sony hat ebenfalls eine mehrstündige Präsentation seines Morpheus-Systems für PS4 angekündigt. (Zsolt Wilhelm [auf Twitter], derStandard.at, 2.3.2015)

Share if you care.