Kärnten: Das Erblassen der Erbläuten

Kommentar1. März 2015, 18:11
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Bei der Gemeinderatswahl ging der Machtwechsel in Kärnten weiter

Millionen Menschen stritten sich in den Weiten des Netzes in den letzten Tagen darüber, ob ein Kleid blau-schwarz oder weiß-gold war. Je nach Kontrast des Fotos und Gerät, auf dem man es betrachtete, konnte etwa weiß scheinen, was tatsächlich blau war.

In Kärnten wurde man bei den Gemeinderats- und Bürgermeisterwahlen am Sonntag daran erinnert, wie bei den Wahlen 2009 Politiker als Orange antraten, die sich in der Zwischenzeit wieder in Blaue verwandelt hatten. Das machte vor allem das Ablesen von Gewinnen und Verlusten auf verschiedenen Balkendiagrammen aufwändiger. Jedenfalls ist das Farbenspiel nur ein kleines Symptom dafür, was das Bundesland in den letzten Jahren durchlebt hat.

Egal, ob orange oder blau: Am Sonntag ging der Machtwechsel, der bei der Landtagswahl 2013 begann, weiter. Viele politische Erben des verstorbenen Landeshauptmannes und Hypo-sei-bei-uns Jörg Haider verloren. Nicht nur wurden aus 28 orangen Ortschefs blaue, auch die Zahl schrumpfte.

Auch in Klagenfurt ist der bisherige Klagenfurter Stadtchef Christian Scheider während seiner Amtszeit erbläut. Er war nach Haiders Tod 2009 hinaufgespült worden. Die SPÖ hat sich am Sonntag nach 42 Jahren Platz eins zurückgeholt. Aber ob mit Maria-Luise Mathiaschitz auch erstmals eine SPÖ-Frau eine Landeshauptstadt regieren wird, das wird sich erst in der Stichwahl entscheiden. (Colette M. Schmidt, DER STANDARD, 2.3.2015)

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