Streit um als Säugling entführtes Mädchen in Südafrika

1. März 2015, 13:30
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Baby war seiner Mutter drei Tage nach der Geburt gestohlen worden

Kapstadt - Nachdem eine als Baby entführte 17-jährige Südafrikanerin durch Zufall ihre wahre Identität erfahren hat, streiten sich ihre leiblichen Eltern und ihre Ziehfamilie um die Jugendliche. "Wir wollen, dass Zephany nach Hause kommt. Sie kann nirgendwo anders sein", sagte ihre biologische Tante, Shantal Berry, der südafrikanischen "Sunday Times".

Ein Cousin aus Zephanys Ziehfamilie sagte dagegen der Zeitung, das Mädchen sei hysterisch geworden, als Mitarbeiter des Jugendamtes es abgeholt hätten: "Papa, wann kann ich wieder nach Hause?" habe sie ihren Ziehvater gefragt.

Zephany Nurse war ihrer schlafenden Mutter drei Tage nach ihrer Geburt im April 1997 aus dem Krankenhauszimmer gestohlen worden. Anfang des Jahres kam eine neue Schülerin an ihre Schule, Mitschülern fiel die verblüffende Ähnlichkeit zwischen beiden Mädchen auf. DNA-Tests ergaben schließlich, dass beide Mädchen Schwestern sind.

Zephany war unter anderem Namen in der Familie der Frau aufgewachsen, die sie entführt hatte. Ihr Ziehvater sei am Boden zerstört, berichteten Angehörige. Er habe nicht gewusst, woher das kleine Mädchen kam, mit dem seine Frau eines Tages aus dem Krankenhaus zurückkehrte. Die Frau hatte zuvor mehrere Fehlgeburten erlitten.

Zeitungsberichten zufolge ist Zephany, die bisher glücklich in ihrer Ziehfamilie lebte, nicht bereit, eine Entscheidung zu treffen, wo sie künftig leben will. Ihre biologische Mutter Celeste Nurse gestand in einem Interview, die Lage sei nicht ganz einfach. Für Zephany seien sie und ihr Mann Fremde. Ihr selbst sei es nicht leicht gefallen, Zephany so in den Arm zu nehmen wie ihre drei jüngeren Kinder. (APA, 1.3.2015)

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