Alijew: Zweite Obduktion in der Schweiz

28. Februar 2015, 18:12
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Wenn nötig, würden auch ausländische Experten hinzugezogen werden, sagte Justizminister Wolfgang Brandstetter

Wien - Die Leiche des im Gefängnis gestorbenen kasachischen Ex-Botschafters Rachat Alijew wird ein weiteres Mal untersucht. Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) sagt im Interview mit der Tageszeitung "Österreich" (Sonntagsausgabe): "Wenn nötig, werden auch ausländische Experten hinzugezogen. Fix ist eine zweite Obduktion in der Schweiz."

Brandstetter kündigt außerdem die nächsten Reformschritte im Strafvollzug an. Alle Krankenabteilungen in den Gefängnissen sollen geschlossen werden: "Wir wollen zurechnungsunfähige und kranke Personen nicht mehr in Gefängnissen betreuen, sondern in speziellen Abteilungen in Krankenanstalten. Denn dort gehören sie auch hin", sagt der Minister.

Einer von Alijews Anwälten fordert unterdessen den Einsatz der US-Bundesbehörde FBI (Federal Bureau of Investigation). Wie schon beim "Fall Natascha Kampusch" sollten die "besten Experten" zu Ermittlungen herangezogen werden, sagte Manfred Ainedter in der am Freitagabend ausgestrahlten "ZiB 2" des ORF-Fernsehens.

Ainedter zweifelt wie weitere Rechtsvertreter des am Dienstag in der Justizanstalt Josefstadt erhängt aufgefundenen Ex-Botschafters daran, dass dieser Selbstmord begangen haben soll. Die Zweifel werden durch Berichte über Betäubungsmittel genährt, die in einer Blutprobe gefunden worden seien. (APA, 28.2.2015)

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