Iran: Netanyahu will Atomeinigung vor US-Kongress sabotieren

28. Februar 2015, 14:11
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Zarif: Israels Premier betreibt mit Verbreitung von Lügen Panikmache

Washington/Jerusalem - Die iranische Regierung sieht einen möglichen Atomkompromiss mit der internationalen Gemeinschaft durch Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu bedroht. Netanyahu wolle mit seiner bevorstehenden Rede vor dem US-Kongress eine Einigung zwischen dem Iran und den USA sabotieren, sagte Teherans Außenminister Mohammad Javad Zarif am Samstag. "Dies sollte jedoch nicht zugelassen werden", sagte er.

"Es ist ja auch nicht neu, dass Netanyahu schon seit Jahren mit Verbreitung von Lügen im Ausland Panikmache betreibt", so der iranische Außenminister vor Journalisten. Der israelische Premier sei gegen jede Art von Einigung, da er seine Interessen in Spannungen und Krisen sehe. Am 17. März wird in Israel ein neues Parlament gewählt.

Netanyahu wird am Dienstag im US-Kongress erwartet. Der republikanische Vorsitzende des Repräsentantenhauses, John Boehner, hatte ihn ohne Abstimmung mit dem Weißen Haus eingeladen, um über die Bedrohung durch das iranische Atomprogramm zu sprechen.

Ebenfalls am Dienstag treffen sich Zarif und sein amerikanischer Kollege John Kerry im schweizerischen Montreux zu Atomverhandlungen. Laut Zarif wurden beim letzten Treffen mit Kerry in Genf "richtig gute Fortschritte" erzielt, die nun in Montreux weiter besprochen werden sollen. Das Ziel sei, bis Ende März eine erste und bis Juli eine endgültige Einigung im Atomstreit zu erzielen, so Zarif. Der Westen will bei den Atomverhandlungen sicherstellen, dass der Iran keine Atombombe baut. Die Führung in Teheran bestreitet, dass diese Absicht hinter dem Atomprogramm steht. (APA, 28.2.2015)

  • Der iranische Außenminister, Mohammad Javad Zarif, sieht die Atomgespräche durch das Verhalten des iraelischen Premiers, Benjamin Netanyahu, gefährdet.
    foto: ap/salemi

    Der iranische Außenminister, Mohammad Javad Zarif, sieht die Atomgespräche durch das Verhalten des iraelischen Premiers, Benjamin Netanyahu, gefährdet.

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