Rot-weiß-rotes Garmisch-Podest

28. Februar 2015, 12:14
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ÖSV-Abfahrer setzen ihr Post-WM-Hoch fort, auf verkürzter Strecke gewinnt Hannes Reichelt vor Romed Baumann und Matthias Mayer

Garmisch-Partenkirchen - Hannes Reichelt hat am Samstag die Weltcup-Abfahrt in Garmisch-Partenkirchen gewonnen. Der Trainingsdominator führte mit einer Zeit von 1:11,90 Minuten auf verkürzter Strecke eine ÖSV-Armada an. Zweiter wurde Romed Baumann, nur um eine Hundertstelsekunde geschlagen. Trotz Verkühlung Dritter: Matthias Mayer (+0,24), zuletzt in Saalbach auf Abfahrt und Super G erfolgreich.

Für den 34-jährigen Super-G-Weltmeister Reichelt war es der zehnte Weltcup-Sieg seiner Karriere, vier davon errang er in der Abfahrt.

Das nicht schwache Abschneiden des ÖSV versüßten noch Vincent Kriechmayr als Siebenter, Georg Streitberger als Achter, sowie Max Franz als Zehnter.

Das Rennen konnte erst nach Verschiebungen auf vergleichsweise weicher Piste gestartet werden, der Nebel hatte sich als zäh erwiesen. Kjetil Jansrud schaffte nur auf den 19. Platz, insofern war auch Marcel Hirscher, der mit dem Norweger um den Gesamtweltcup rittert, ein kleiner Gewinner. Der Salzburger geht als Führender mit 104 Punkten Vorsprung in den Riesentorlauf am Sonntag (10.30/13.30 Uhr).

Jansrud gibt sich keine Chance

Hirscher: "Dieses Ergebnis hat mir natürlich in die Karten gespielt. Es ist positiv, dass ich nicht so viel Druck habe." Jansrud hat den Gesamt-Weltcup offiziell bereits abgeschrieben: "Auch wenn nun meine Heimrennen kommen, ich habe keine Chance mehr. Das ärgert mich." Nach Garmisch geht es in seine Heimat nach Kvitfjell.

Im Abfahrtsweltcup führt er weiterhin mit 469 Punkten, doch Reichelt verbesserte sich zwei Rennen vor Schluss auf Platz zwei (385). Mayer liegt auf Platz vier (356).

Baumann war mit Startnummer fünf ins Rennen gegangen und verbrachte also lange die Zeit vor dem Leaderboard. Als Mayer dann im Ziel abschwang, ballte der 29-jährige Hochfilzner die Faust. Doch Reichelt machte seinen ersten Abfahrts-Erfolg dann doch noch zunichte. Baumann versuchte, es tapfer zu nehmen: "Ich freue mich auch über den zweiten Platz. Aber Hannes hätte sich ruhig noch eine Hundertstel Zeit lassen können, dann hätten wir beide was davon gehabt."

Der Sieger war mit seiner Fahrt nicht ganz zufrieden. Doch: "Wenn es läuft, dann läuft's." Für den Kollegen gab es Trost, im Leben komme alles zurück. Also warum nicht auch ein Hundertstel.

Mayer war er nach einer Verkühlung, wegen der er am Freitag auch das Abschlusstraining ausgelassen hatte, etwas angeschlagen ins Rennen gegangen. "Ich habe schon gemerkt, dass meine Knie ein etwas weich sind. Mit diesem dritten Platz kann ich aber gut leben", sprach der Olympiasieger. (red/APA - 28.2. 2015)

ERGEBNIS: Abfahrt in Garmisch

  • Hannes Reichelt auf dem Weg.
    foto: reuters/rattay

    Hannes Reichelt auf dem Weg.

  • 1,2,3 - die Macht ist zurück.
    foto: apa/epa/jansen

    1,2,3 - die Macht ist zurück.

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