Brave Kölner gratulieren dem FC Bayern

28. Februar 2015, 10:29
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Ungefährdeter 4:1-Sieg der jubilierenden Münchner zum 115. Geburtstag gegen Peter Stöger. Wimmer und Alaba spielen durch

Bayern München hat sich zum Geburtstag mit einem standesgemäßen Heimsieg beschenkt. Nach zuletzt zwei Erfolgen mit 14:0 Toren begnügte sich der deutsche Fußball-Rekordmeister am Freitag allerdings mit einem 4:1 (2:1) gegen Aufsteiger 1. FC Köln.

Bastian Schweinsteiger (3.) und Franck Ribery (10.) sorgten beim furiosen Auftakt für die schnellste Münchner 2:0-Führung seit Oktober 2011. Anthony Ujah (45.+1), der sich bei seinem Kopfball gegen David Alaba durchsetzte, machte es aber wieder spannend. Arjen Robben (67.) und Robert Lewandowski gelangen am 115. Gründungstag des FC Bayern (27. Februar 1900) dann jedoch die entscheidenden Treffer für den letztlich klar überlegenen Tabellenführer vor 75.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz-Arena.

Die Münchner Fans mussten nach nicht einmal drei Minuten schon ihre Geburtstagsgesänge unterbrechen. Nach dem vierten (!) Corner binnen 180 Sekunden stieg Schweinsteiger nach einem Eckball hoch und wuchtete den Ball ins Tor. Nach dem zweiten Tor drohte nach nur wenigen Minuten eine Packung, zumal die Hausherren weitere Topchancen noch ausließen.

Gegen eine Sensation, wie sie sich die Gäste mit Trainer Peter Stöger und Verteidiger Kevin Wimmer insgeheim erhofft hatten, sprach auch die Statistik: Die Bayern verloren keines ihrer vergangenen 115 (!) Meisterschaftsspiele nach einer Führung.

Allerdings gaben sich die Kölner auch nicht auf und wurden dafür unmittelbar vor der Pause durch den Treffer von Ujah belohnt. Es war das erste Gegentor für Manuel Neuer und die Bayern nach drei Liga-Partien. Zu Beginn der zweiten Halbzeit verhinderte der Bayern-Torhüter mit zwei Glanzparaden sogar den Ausgleich. Robben beendete mit seinem 17. Saisontor aber das rheinländische Aufbegehren.

"Alles in allem war es ein ordentlicher Auftritt von uns" sagte Stöger. "Wenn wir uns zu Beginn cleverer angestellt und unsere Chancen besser genutzt hätten, wäre sogar etwas möglich gewesen. Wir hatten sogar Chancen zum Ausgleich."

Rekordkurs und kritischer Sammer

18 Goals in drei Partien - machen die Bayern so weiter, könnten sie ihren eigenen Rekord brechen: In der Saison 1971/72 hatten die Münchner 101 Tore erzielt, derzeit halten sie bei 63.

Ob diese Marke für Pep Guardiola ein Ziel ist, ist nicht überliefert. Mit dem Geschehen am Freitagabend konnte er aber offenbar ganz gut leben. "Wir haben gegen die zweitbeste Auswärtsmannschaft der Bundesliga gewonnen. Vier Tore gegen diesen Gegner sind sehr, sehr, sehr schwer. Wir haben gut angefangen. Aber dann haben wir unser Konzept, unsere Kontrolle verloren. In der zweiten Halbzeit war es ein bisschen besser, dann war Manuel Neuer im richtigen Moment Manuel Neuer - und wir haben wieder dominiert."

Doch dass sich der Trainer bei seinem überragenden Keeper bedanken musste, gefiel Sportvorstand Matthias Sammer überhaupt nicht. Es war wieder einmal Zeit für den (mahnenden) Zeigefinger.

"Wir haben nach dem 2:0 Szenen gesehen, die gegen einen anderen Gegner ein böses Erwachen geben. Und ich finde, das haben wir einfach nicht nötig. Die K.o.-Spiele kommen, dann kannst du dir das nicht erlauben. Wir dürfen nicht von der Individualität eines Manuel Neuer oder Franck Ribéry alleine leben wollen", sagte der 47-Jährige mit ernster Miene. (APA/sid/red, 27.02.2015)

  • Birthday Cake.
    foto: reuters/rehle

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  • Pep Guardiola wusste, wen er zu herzen hatte.
    foto: apa/epa/gebert

    Pep Guardiola wusste, wen er zu herzen hatte.

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