"Mr. Spock": Schauspieler Leonard Nimoy verstorben

27. Februar 2015, 20:26
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Der Schauspieler und Weltstar aus der "Star Trek"-Reihe starb 83-jährig in Los Angeles

Wien / Los Angeles – Logisch, Spock wird die Rolle bleiben, mit der man Leonard Nimoy noch Lichtjahre lang assoziieren wird. Die spitzen Ohren, die Augenbrauen nach oben gezogen, die Finger zum Friedensgruß gespreizt: So sah der First Officer der Enterprise aus, der das Raumschiff mit Nüchternheit vor Kalamitäten bewahrte – und uns den schönen Nachmittagstraum bescherte, dass irgendwo in den Sternen eine Spezies wohnte, die sich weniger leicht von Emotionen beirren ließ.

"Star Trek" ging am 8. September 1966 erstmals auf NBC auf Sendung. Die von Gene Roddenberry erschaffene Serie wurde mit insgesamt 726 Folgen sowie zahlreichen Spielfilmen zu einem der ersten Franchises der Populärkultur. Der 1931 in Boston geborene Nimoy, Sohn jüdischer Einwanderer aus der Ukraine, brauchte Zeit, um mit seiner Popularität unter den Trekkies (oder Trekkers) zurechtzukommen. Seine erste, 1975 erschienene Autobiografie setzte auf Distinktion: "I am not Spock" – das war nicht abschätzig gemeint, doch Nimoy betonte damit, dass seine Bandbreite größer war. Später sagte er einmal, er hätte Spock so verinnerlicht, dass er manchmal wie er denke.

Der an einer Bostoner Schauspielschule ausgebildete Mime versuchte sich tatsächlich in vielen Bereichen: Er führte bei zwei "Star Trek"-Filmen Regie, 1987 inszenierte er die erfolgreiche Komödie "Drei Männer und ein Baby". Zudem wechselte er gern die Register, spielte den Ehemann von Golda Meir in "A Woman Called Golda" oder einen Wissenschafter in Philip Kaufmans Version von "Invasion of the Body Snatchers".

Seine dunkle Stimme nutzte Nimoy nicht nur für Voice-over-Jobs, er nahm auch Coverversionen als Sänger auf: Auf Youtube lässt sich überprüfen, dass er viel Spaß dabei hatte. Mit dem Alter kam Nimoy auch auf seine jüdischen Wurzeln zurück und produzierte etwa einen TV-Film über einen Holocaust-Überlebenden. Schon der berühmte Gruß von Spock war vom Aaronitischen Segen inspiriert. "Live long and prosper" ist dafür genuin vulkanisch.

Am Freitag ist Leonard Nimoy an den Folgen einer Lungenkrankheit in Los Angeles gestorben. (Dominik Kamalzadeh, DER STANDARD, 28.2.2015)

  • Leonard Nimoy, 1931–2015.
    foto: reuters/prouser

    Leonard Nimoy, 1931–2015.

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