Die wahren Freunde der Juden

28. Februar 2015, 08:13
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Vom brutalen Kampf der Israelitischen Kultusgemeinde gegen die Freiheitlichen gilt es zu berichten

Es gibt keine Gerechtigkeit. Und wer ist schuld? Die Juden. Höchste Zeit, dass ein Berufener der österreichischen Öffentlichkeit das wieder einmal in Erinnerung gerufen hat. Vom brutalen Kampf der Israelitischen Kultusgemeinde gegen die Freiheitlichen, abwechselnd auch das Dritte Lager genannt, gilt es zu berichten, gestützt auf Erkenntnisse, wie sie der Umvolkungsexperte Andreas Mölzer in der aktuellen Nummer von "Zur Zeit" mit unerbittlicher Logik und einem kräftigen Schuss deutschnationaler Larmoyanz dargelegt hat. Kultusgemeinde gegen FPÖ: Warum dieser Haß? wird schon auf dem Titelblatt gestöhnt, denn irgendwie erscheint es bereits wie eine Erzfeindschaft, was da die Israelitische Kultusgemeinde gegen die größte Oppositionspartei des Landes, gegen die Freiheitlichen des Heinz Strache, immer wieder zelebriert.

Wie konnte es nur so weit kommen, wo doch jeder einzelne Funktionär unter den Freiheitlichen des Heinz Strache lieber zum Judentum übertreten würde, als übers Internet antisemitische Pöbeleien loszulassen, die er ohne weiteres als undurchdacht beschönigt, wenn er ertappt wird? Aber es gibt so viel Kleinlichkeit in der Welt. Jüngst erst meinte der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Oskar Deutsch - in der Folge auch der Kaffeesieder Oskar Deutsch genannt - in der ORF-Pressestunde, es sei "eine Schande", daß der von der FPÖ veranstaltete Ball in der Hofburg stattfinden könne.

Diese Auffassung wird zwar von einem weit über die Kultusgemeinde hinausgehenden Teil der Öffentlichkeit geteilt, und man muss kein Kaffeesieder sein, um sie so lange zu teilen, wie der Mummenschanz in der Hofburg stattfinden kann, was für jemanden, der derart unter der Verfolgung durch die Kultusgemeinde leidet, vermutlich nur der Beweis für volksfremden Einfluss auf die öffentliche Meinung ist. Man kennt das ja von der Lügenpresse, in der Gleichgesinnte gern traktiert werden.

Und wäre es nur der Ball! Ähnliche Wortmeldungen gegen die Freiheitlichen finden sich aus dem Kreise der IKG immer wieder. Wiesenthal gegen Friedrich Peter, Ariel Muzicant gegen Jörg Haider und jetzt eben Oskar Deutsch gegen Heinz-Christian Strache! Und immer ohne jeden Grund! Denn bitte sehr, Antisemitismus hat es bis zurück in die Habsburger Monarchie in allen politischen Lagern des Landes gegeben ... Und von keiner Partei gibt es so klare Distanzierungen von den politisch-ideologischen Irrwegen der Vergangenheit wie von der FPÖ. Was kann sie dafür, wenn nicht alle ihre Irrwegsgefährten die Kurve in die Opportunität bürgerlicher Anständigkeit erwischen?

Mölzer kann sich auf tadellose Zeugen berufen. Hat man vergessen, daß prominente österreichische Juden viele jener Ideale vertreten haben, die die Freiheitlichen, die drauf und dran sind, zur gestaltenden Kraft in der Republik zu werden, bis heute ihr eigen nennen? Hätten sie sich nicht verantwortungslos ins Ausland oder in eines dieser komfortablen Lager abgesetzt, um dort der segensreichen Beschäftigungspolitik des Dritten Reiches zu frönen - die FPÖ könnte heute glatt die politische Vertretung der Israelitischen Kultusgemeinde sein.

Es muß also andere Gründe haben. Vielleicht gibt es ja einen explizit linken Flügel in der Kultusgemeinde, dem die politische Rechte eben ein Greuel ist. Oder wirklich sachliche Gründe. Vielleicht sind es auch Geschäftsbeziehungen, die der Immobilienentwickler Ariel Muzicant zur mächtigen Wiener SPÖ pflegte und die der Kaffeesieder Oskar Deutsch vielleicht auch da oder dort benötigt. Das wird man vielleicht noch sagen dürfen.

Wo die FPÖ doch als einzige Partei wirklich etwas für die Juden tut - seit sie Opfer gefunden hat, die sich besser verwerten lassen. Sie tut es als die einzige politische Kraft im Lande, die die wirklichen Feinde der Juden und die wirklichen Feinde Israels, nämlich die fundamentalistischen Islamisten, bekämpft. Müßte die Kultusgemeinde der FPÖ des H.-C. Strache nicht also ausgesprochen zugeneigt und dankbar sein?

Da opfert man sich auf, und was erntet man? Schnöden Undank. Und übrigens, vor noch einem Feind musste "Zur Zeit" leider klein beigeben. Zur Zeit stellt mit sofortiger Wirkung auf die "Neue Rechtschreibung" um. Schuld sei das Internet. Allenfalls auftretende orthografische Fehler in der Umstellungsphase ersuchen wir zu entschuldigen.

Manche tun sich nicht nur mit ihrer politischen Umstellung schwer. Aber wenn es sonst nichts ist. (Günter Traxler, DER STANDARD, 28.2./1.3.2015)

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