Tiere retten, Zigarre rauchen

27. Februar 2015, 17:37
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Cowboystiefel, Whiskey und verwahrloste Katzen: Der Kosmos des US-amerikanischen Musikers und Autors Kinky Friedman schillert menschlich. Viermal tritt der Texaner nun in Österreich auf. Oh yeah!

Innsbruck/Linz/Wien/Graz - Kinky Friedman, der jüdische Cowboy aus Texas, ist eine schillernde Figur. Er ist Countrysänger, Bestsellerautor, Berufsprovokateur, verhinderter Politiker und großer Tierfreund. Eigentlich heißt er Richard S. Friedman. Doch alle Welt nennt ihn - wohl wegen seiner krausen Lockenpracht - "Kinky", was man mit schrullig oder verkorkst übersetzen kann.

Aufgewachsen ist Friedman (geboren 1944 in Chicago) auf einer Ranch in Texas. Neben der Musik hat ihn schon früh das Schachspiel begeistert. Als Siebenjähriger (!) wagte er eine Partie gegen den damaligen Schachmeister Samuel Reshevsky. Statt nach Vietnam in den Krieg zu ziehen, schloss sich Friedman damals dem Friedenscorps in Borneo an.

1971 gründete er die Country-Band The Texas Jewboy und tourte auch mit Bob Dylan. Zu seiner illustren Fangemeinde zählen neben dem verstorbenen Nelson Mandela auch die beiden Ex-US-Präsidenten Bill Clinton und George W. Bush. Mit seinen oft sarkastischen Liedtexten provoziert er Südstaaten-Machos ebenso wie Feministinnen. Sein Song Get Your Biscuits In The Oven And Your Buns In The Bed ruft landesweit Frauenverbände auf den Plan. 1974 schon wurde ihm der wenig schmeichelhafte Titel "Männliches Chauvi-Schwein des Jahres" verliehen. Als Sexist qualifiziert, blafft er zurück: "Yes, it's true, I'm the Sexiest".

In seinen Krimis philosophiert der große Tierschützer über Cowboystiefel, Zigarren, Whiskey und Katzen. In Texas betreibt er die "Utopia Animal Rescue Ranch" eine Art Gnadenhof für verwahrloste Tiere. Immer wieder versuchte es Friedman auch in der Politik. Bei den texanischen Gouverneurswahlen 2006 schaffte er es auf immerhin dreizehn Prozent. Derzeit tourt der charismatische Musiker durch Österreich. (Dorothea Nikolussi-Salzer, DER STANDARD, 28.2./1.3.2015)

  • Mit Musik und offensiven Anekdoten zu Gast in Österreich: Kinky Friedman, der streitbare Texaner.
    foto: donald r. winslow / reuters

    Mit Musik und offensiven Anekdoten zu Gast in Österreich: Kinky Friedman, der streitbare Texaner.

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