Deutschland ist dufte!

Kommentar27. Februar 2015, 18:20
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Österreich braucht den Anschluss an seinen großen Nachbarn

Jetzt ist es nicht mehr zu leugnen: Die bitteren Früchte von jahrzehntelangem österreichischem Regierungsdilettantismus, Reform-Aversion und Hypo-Trotteleien gehen auf. Mit Grausen und Interesse nimmt der Krisenkolumnist wahr, dass uns die Deutschen immer mehr nach Strich und Faden abhängen.

Ob Wachstum, Arbeitsplätze, oder Produktivität: Überall brettert der Piefke mit 250 auf der Überholspur dahin, während sich unsereins zum Schrumpfgermanen reduziert fühlt. In Deutschland sind wir eine Lachnummer. Wenn der Name "Österreich" fällt, feixen die Frankfurter, grinsen die Gelsenkirchner, höhnen die Hamburger. Den Sager von der "Insel der Seligen" können wir uns seit langem sonst wo hinstecken.

Zum Glück gibt es zur Behebung dieser nachbarschaftlichen Schräglage eine einfache Blitzlösung: Die Selbstauflösung Österreichs als eigenständiger Staat und den sofortigen Anschluss an Deutschland, 18. Bundesland nach Mallorca. Müsste nicht jedem Österreicher, der seine sieben Zwetschken beieinander hat, sonnenklar sein, dass wir es uns so nur verbessern können?

Hier die Vorteile: Direkter Zugang zum Meer (Stralsund, Rostock etc.). Direktversorgung mit Nürnberger Rostbratwürsten. Merkel, nicht Faymann als Regierungschef. Aufstieg im internationalen Korruptionsranking (Rang 12 statt Rang 23). Ende der Hypo-Klagsflut Bayern - Österreich. Massive Budgetentlastung durch die Einsparung von Bundespräsident, Regierung und sonstigem Staatsklimbim. Und Strache? Der könnte in Deutschland bestenfalls auf einer Pegida-Demo politisch tätig werden.

Last, but not least brächte der Anschluss ein mächtiges Upgrading der Sprachkultur: Man muss ja nur einmal am Sonntagabend zwischen Im Zentrum und den deutschen Parallelsendungen hin und her hoppen, um vorgeführt zu bekommen, welche Welten zwischen artikulierten Talkshowgästen und dem Gefasel der hiesigen Stammlerfraktion liegen. Das hältste doch im Kopp nich aus!

Und bitte keine Sentimentalitäten wegen unseres abgestandenen Austrovokabulars! Auf Beuschl, Eierspeis und Topfen lässt sich noch lange kein funktionierender Nationalstaat aufbauen. Und ob das grün-weiße Stinkgemüse nun Blumenkohl oder Karfiol heißt, war immer schon blunzn. Fürderhin wird es halt schnurzpiepegal sein. (Christoph Winder, Album, DER STANDARD, 28.2./1.3.2015)

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