Zum Millionär wird man früh

1. März 2015, 16:06
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Ökonomen haben die Karrieren von fünf Millionen US-Erwerbstätigen analysiert. Ergebnis: Das Einkommen steigt hauptsächlich in den ersten zehn Berufsjahren an

Das Leben zwischen 20 und 30: Selbstfindung, Reisen, die neuesten In-Cafés ausprobieren und ein bisschen studieren - Kohle scheffeln kann man schließlich später.

Nicht unbedingt, haben Ökonomen der Federal Reserve Bank of New York in einer statistischen Berechnung festgestellt. Glaubt man der Untersuchung, sollte man sich in jungen Jahren schon ranhalten, will man jemals Millionär werden sowieso: Die Einkommenskurve von reichen US-Amerikanern verläuft schon in frühen Jahren sehr viel steiler, als die von Durchschnittsverdienern. Zu diesem Ergebnis kamen die Ökonomen durch die Analyse von Daten der US-amerikanischen Sozialversicherungsbehörden zwischen 1978 und 2010. Fatih Guvenen, Fatig Karahan, Serdar Ozkan und Jae Song untersuchten die Karrieren von etwa fünf Millionen Erwerbstätigen über eine Periode von 40 Jahren. Generell steigt die Kurve zwischen 25 und 35, danach stagniert sie.

Zehn Jahre Geld verdienen

Den frühen Anstieg erklärt Guvenen, der an der Universität von Minnesota Ökonomie lehrt, in der Washington Post: "Mit 25 entscheidet man sich für einen Job, in dem man wertvolle Fähigkeiten erlernt. Man investiert in die eigene Zukunft und der Arbeitgeber ermöglicht das", sagt Guvenen. "Bald erarbeitet man mehr für den Arbeitgeber - und der bezahlt wiederum mehr."

Zwischen 25 und 55 legen US-Amerikaner mit dem Medianeinkommen - wenn das Einkommen also genau zwischen den ärmeren 50 Prozent und den reicheren 50 Prozent der Beschäftigten liegt - insgesamt 38 Prozent im Einkommen zu. Nach den ersten zehn Jahren sei aber Schluss mit dem Gehaltsanstieg, fanden die Ökonomen heraus. Beschäftigte mit Median-Einkommen können zwischen 35 und 55 Jahren kaum mehr zulegen. Für 90 Prozent der US-Amerikaner sinkt das Einkommen zwischen 45 und 55 Jahren sogar.

Die Topverdiener verdienen weiter

Die reichsten fünf Prozent der Bevölkerung kassieren in der selben Zeitspanne viel mehr ab: Durchschnittlich verzeichnen sie einen Zuwachs von 230 Prozent - das reichste Prozent kommt sogar auf 1450 Prozent Steigerung des Einkommens zwischen 25 und 55.

Die Washington Post kommentiert die Erkenntnisse eindeutig: Plant man nicht so reich wie Mark Zuckerberg zu werden, gelte das Sprichwort "Der frühe Vogel fängt den Wurm" - Geld sparen, solange man noch Gehaltserhöhungen bekommt. Oder nach einer Gehaltserhöhung fragen - besser früher als später. (lhag, derStandard.at, 28.02.2015)

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