Wie Android-Chef Sundar Pichai Googles Allmacht festigen will

27. Februar 2015, 11:28
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Mehr Monetarisierung auf mobilen Geräten, Service-Trennung bei Google+ und China

Sundar Pichai bringt auf eine elfjährige Geschichte und zuletzt steile Karriere bei Google zurück. 2004 war er ins Unternehmen eingetreten und zuerst verantwortlich für die Google-Toolbar, mit der man das eigene Suchangebot für Nutzer des Internet Explorer und Firefox zugänglicher machen wollte. Über die Jahre arbeitete er sich ins höhere Management vor, leitete die Entwicklung von Chrome OS und übernahm 2013 auch die Leitung der Android-Entwicklung vom scheidenden Hugo Barra.

Vergangenen Oktober schließlich übertrug ihm Konzernchef Larry Page die Leitung vieler anderer Projekte und machte ihn effektiv zum Produktchef, um sich selbst auf langfristigere Vorhaben konzentrieren zu können. Der heute 42-jährige Pichai wird auch am Mobile World Congress gastieren und hat im Vorfeld in einem Forbes-Interview verraten, welche Pläne man für die Zukunft hegt.

Werbung im Play Store

Der nächste Schritt im Geschäft des Konzerns ist die weitere Monetarisierung des Play Stores durch Werbung bei der App- und Inhalts-Suche. In Bälde will man dies mit einer Reihe ausgewählter Entwickler testen und die Einblendungen für einen kleinen Teil der Android-Nutzer ausspielen. Pichai sieht dieses Vorhaben als Win-Win-Situation, zumal das gleiche Prinzip bereits in der Google- und Youtube-Suche gefruchtet hat.

Denn die User wünschten sich gute App-Empfehlungen auf Basis ihrer Vorlieben, die Programmierer und Inhaltsbereitsteller eue Wege, um die Verkaufszahlen anzukurbeln und Google kann Befürchtungen seiner Investoren beschwichtigen, dass der zunehmende Wandel hin zu mobilen Endgeräten eine Gefahr für Umsätze birgt und das Wachstum des Content-Ökosystems beschleunigen. In den vergangenen Monaten hat Google sieben Millarden Dollar an die Entwickler im Play Store ausgezahlt. Im Vergleich dazu schüttete Apple im Jahr 2014 zehn Milliarden aus.

Google+

Nach wie vor als Stiefkind des Unternehmens gilt das soziale Netzwerk Google+. Angetreten als Facebook-Widersacher mangelt es zwar nicht an offiziellen Mitgliedern, jedoch an aktiven Nutzern. Trotzdem zeigt sich Pichai nicht unzufrieden. Google+ bedeute zwei Dinge: Einerseits den Stream und andererseits eine Plattform, über welche die Nutzer bei den eigenen Diensten mit einer einheitlichen Identität eingeloggt bleiben.

Letzteres sei "auf manche Art" sogar wichtiger als Ersteres und habe "wirklich gut funktioniert". Allerdings könnten zwei wichtige Teile von Google+, Fotos und Hangouts, in Zukunft vom "Hauptprodukt" getrennt werden.

China

Eine Dauerbaustelle für Google ist China., der vermutlich wichtigste aufstrebende Mobilmarkt dieser Zeit. Android ist dort weit verbreitet, wird von vielen Herstellern jedoch in einer eigenen Anpassung und mit alternativen Stores geliefert, da Google seine Dienste weiterhin nicht anbieten darf. Apple wiederum mischt mittlerweile am Markt mit.

Man bemühe sich jedoch, eine Lösung zu finden. Viele chinesische Entwickler würden ihr Interesse bekunden, ihre Software auch auf Google Play anbieten zu können. Man sehe China als eine "riesige Chance". "Wenn wir ein Modell finden können, diesen Nutzern zu dienen", so Pichai, "wäre es unser Privileg. Ich sehe China nicht als schwarzes Loch." (gpi, derStandard.at, 27.02.2015)

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Forbes

  • Sundar Pichai gehört mittlerweile zu den mächtigsten Managern bei Google und arbeitet eng mit Konzernchef Larry Page zusammen.
    foto: apa

    Sundar Pichai gehört mittlerweile zu den mächtigsten Managern bei Google und arbeitet eng mit Konzernchef Larry Page zusammen.

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