Indien enttäuscht mit Wirtschaftsreformen

28. Februar 2015, 10:41
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Keine großen Änderungen bei Steuern und Infrastruktur-Investitionen

Neu-Delhi - Die indische Regierung ist bei der Vorstellung ihres ersten Haushaltes hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Finanzminister Arun Jaitley kündigte am Samstag keine großen Reformen in der Steuerpolitik und bei Investitionen in die Infrastruktur an. Der indische Leitindex Sensex rutschte an der Börse in Mumbai klar ins Minus.

Jaitley betonte das Wachstumsprimat der Regierung von Premierminister Narendra Modi, die seit Mai 2014 im Amt ist. Im laufenden Finanzjahr (31. März) werde die zehntgrößte Volkswirtschaft der Welt um 7,4 Prozent wachsen, im kommenden Jahr um mehr als acht Prozent. "Indien steht besser da als der Rest der Welt", sagte er.

Kompliziertes Steuersystem

In dem aufstrebenden Schwellenland sollen zukünftig lediglich Unternehmensgewinne mit 25 statt wie bisher mit 30 Prozent besteuert werden. Allerdings werde diese Reduzierung über die kommenden vier Jahre gestreckt, sagte Jaitley im Parlament in Neu Delhi. Vage blieb er zur Einführung einer einheitlichen Mehrwertsteuer. Unternehmer leiden unter einem komplizierten Steuersystem in den verschiedenen Unionsstaaten.

Außerdem will die indische Regierung das Budgetdefizit langsamer absenken als zunächst geplant. Über die kommenden drei Jahre soll der Fehlbetrag auf drei Prozent sinken. Auch bekomme Indien nun die Inflation in den Griff, sagte Jaitley. Sie wurde halbiert und lag zuletzt bei 5,1 Prozent. (APA, 28.2.2015)

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