Feldzug der IS-Miliz gegen Kulturschätze im Irak

Ansichtssache27. Februar 2015, 12:47
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Ein von der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) veröffentlichtes Video zeigt IS-Kämpfer bei der Zerstörung von zahlreichen wertvollen Kunstschätzen, die sich im Museum von Mossul im Nordirak befanden. Auch die Ausgrabungsstätten der mesopotamischen Stadt Ninive, die an das Stadtgebiet des heutigen Mossul grenzen, sind zum Teil vernichtet worden.

foto: ap photo

Das Museum in Mossul ist nach dem Nationalmuseum in Bagdad das zweitwichtigste Kunstmuseum im Irak. Schon während des Irak-Krieges im Jahr 2003 wurde das Museum in Mossul massiv beschädigt. Seither war es jahrelang für Renovierungsarbeiten geschlossen, sollte aber in Kürze wiedereröffnen.

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foto: ap photo

Auch die Ausgrabungsstätte der mesopotamischen Stadt Niniveh wurde beschädigt. Schon kurz nachdem die IS-Milizen im Sommer vergangenen Jahres Mossul eingenommen hatten, gab es Befürchtungen, den Kunstschätzen der Stadt würde die Zerstörung drohen.

Auch im syrischen Bürgerkrieg füllen geraubte Kunstschätze die Kriegskassen.

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foto: reuters/radu sigheti

Bald nach der Einnahme Mossuls besuchten die IS-Milizen das Museum – wohl um sich einen Überblick über dessen Bestand zu schaffen. Der Handel mit Kunstschätzen gilt als eine der Finanzierungsquellen der IS-Miliz. Anfang Juli besetzten die IS-Kämpfer schließlich das Museum in Mossul.

Das Bild zeigt assyrische Wandskulpturen, die aus der Nähe von Mossul stammen, allerdings im Museum in Bagdad ausgestellt sind.

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foto: ap photo/hadi mizban

Der Direktor des Nationalmuseums in Bagdad, Qais Hussein Rashid, hat vor Plünderungen durch die IS-Miliz gewarnt. "Es gibt eine internationale Kunstschätze-Mafia, die sich bestimmte Objekte aussucht und der IS-Miliz sagt, was sie verkaufen können", sagte er bei einer UNESCO-Konferenz in Paris im vergangenen September.

Das Bild zeigt ein Wandrelief im Nationalmuseum in Bagdad.

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foto: ap photo/murad sezer, file

Das irakische Nationalmuseum in Bagdad im Jahr 2003. In diesem Jahr kam es auch zu Diebstählen und Zerstörungen. Den damals im Irak stationierten US-Truppen wurde vorgeworfen, das Museum nicht ausreichend beschützt zu haben.

Das Museum ist nicht jederzeit zugänglich, sondern öffnet seine Tore nur zu ausgewählten Anlässen, für VIP-Besucher und Schulgruppen. (mka, derStandard.at, 27.2.2015)

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