"Dass es so aufgeht ist schon sehr geil"

26. Februar 2015, 20:40
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Gregor Schlierenzauer (Silber): "Das ist schon sicherlich einer der höchsten (Erfolge). Es ist im Training überhaupt nicht gelaufen und auch in der ganzen Saison noch nicht so wirklich. Es war schon auch eine Meisterleistung mental, muss ich ehrlich zugeben, weil ich habe wirklich jede Minute versucht, positiv zu denken und mir vorzustellen, dass ich heute zwei Sprünge runterklopfe. Dass es so aufgeht ist unglaublich. Muss auch Respekt und danke an die Betreuer sagen, weil es ist nicht immer so einfach mit mir. Vor allem an Matthias Hafele und Stefan Kaiser, die unglaublich gute Ski wieder gemacht haben. Ich habe relativ viel durchprobiert und sie haben mir immer das Vertrauen gegeben, dass wir es hinkriegen. Das ist wichtig für das gesamte Team. Dass es so aufgeht ist schon sehr geil.

Es war sicher auf Messers Schneide. Ich habe nichts zu verlieren gehabt, aber gewusst ich kann noch bei ein paar Schrauben drehen. Mit Heinz besprochen noch nachzujustieren, das ist voll aufgegangen. Man muss aber auch sagen, ich habe auch das nötige Glück gehabt. Es macht mich unglaublich stolz, dass ich doch noch eine Einzelmedaille holen kann."

Heinz Kuttin (ÖSV-Cheftrainer): "Sensationell, wie Gregor das heute gemeistert hat. Auf der einen Seite sagt man, 'der träumt von heißen Eislutschern', aber auf der anderen Seite sagt man, wenn man diesen Glauben nicht hat, auch wenn es nicht so gut geht, dann kann man es nie schaffen. Mir taugt das so für ihn, weil er wirklich mit guter Form hergekommen ist und dann nicht das gespürt hat, was er wollte und die Niederlage hinnehmen musste, dass er nicht mitspringen durfte im Mixed-Bewerb. Wenn man das alles verarbeiten muss, ist es nicht leicht. Ich ziehe den Hut davor, dass er das während der WM so wegsteckt und dann so eine Performance zeigt. Das macht uns sehr, sehr glücklich."

Stefan Kraft (5.): "Ich bin natürlich nicht ganz zufrieden. Im ersten Durchgang hatte ich auch ein bisschen Pech, im zweiten habe ich alles riskiert. Hut ab vor Gregor. Man kennt ihn so, beim Wettkampf dreht sich immer etwas um in seinem Kopf."

Michael Hayböck (14.): "Der Wind war sehr wechselhaft. Der zweite Sprung ist mir vom Tisch weg eigentlich gut vorgekommen, aber ich bin dann trotzdem runtergerasselt. Wir freuen uns sehr mit dem Gregor. Er verblüfft mich ehrlich gesagt sehr, denn er hat zuletzt so wie ich gekämpft. Ich glaub, ich muss ihn fragen, wie er das gemacht hat."

Hans Pum (ÖSV-Sportdirektor): "Ich bin sehr glücklich, dass wir die erste Goldmedaille bei vier Weltmeisterschaften in Falun geschafft haben. Die Leistung von Berni war sensationell. Mich freut's für ihn selbst, weil ich weiß, was da alles dahintersteckt. Aber nicht nur wir Österreicher haben uns gefreut, sondern so viele andere Sportler und Trainer haben es ihm vergönnt, dass er gewinnt. Das ist auch etwas Schönes daran. Auch das Serviceteam hat sehr gut gearbeitet. Beim Schlieri hat man gesehen, wie sensibel der Sprungsport ist und wie schnell es gehen kann. Ich freue mich für ihn, dass er nach dieser Saison so da ist. Man braucht Geduld und Vertrauen, dann funktioniert es. Ich hoffe, dass es auch an den nächsten Tagen noch etwas klimpert." (APA, 26.2.2015)

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