Schlierenzauer unerwartet Vizeweltmeister auf der Großschanze

26. Februar 2015, 19:10
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Deutschland jubelt über Gold des überragenden Severin Freund, Norwegens Rune Velta holt mit Bronze dritte Medaille in Falun

Falun - Nicht Stefan Kraft, der Mann mit dem Lauf, sondern Gregor Schlierenzauer, der grübelnde ehemalige Seriensieger des Skispringens, besorgte Österreich eine Medaille im Großschanzenbewerb.

Der 25-jährige Tiroler, dem im Training nichts gelingen wollte, sprang mit 128 und 130 Metern zu Silber. Fast schon mehr als Gold ging an Severin Freund, der auf der Normalschanze noch um 0,4 Punkte am Sieg vorbeigesegelt war. Der 26-jährige Skiflugweltmeister aus dem Bayerischen Wald legte 11,5 Meter (134 und 135,5 m) und 22,3 Punkte zwischen sich und Schlierenzauer, der seinerseits den norwegischen Normalschanzenchampion Rune Velta um 3,5 Zähler auf Rang drei verwies.

Kraft Fünfter

Kraft kam hinter dem Slowenen Peter Prevc, aber 5,2 Punkte hinter Bronze auf Rang fünf. Platz 14 für Michael Hayböck und die Nichtqualifikation von Manuel Poppinger (32.) machen für den Teambewerb am Samstag nicht gerade Mut.

Am Donnerstag war das aber noch nicht das Thema. Schlierenzauer konnte Silber nicht hoch genug einschätzen, konstatierte sich selbst eine mentale Meisterleistung. "Ich habe wirklich jede Minute versucht, positiv zu denken und mir vorzustellen, dass ich zwei Sprünge runterklopfe."

Heiße Eislutscher

Der Weltcuprekordsieger bedankte sich nach seiner 13. Medaille bei einem Großereignis ausdrücklich beim Serviceteam und Chefcoach Heinz Kuttin, mit dem er alle Justierungsbemühungen in den vergangenen Wochen abgestimmt hatte. Schlierenzauer hatte auch nie aufgehört, von einer Medaillenchance zu sprechen. "Viele haben gedacht, er träumt von heißen Eislutschern", sagte Kuttin. Umso mehr sei diese Leistung zu würdigen.

Einig war man sich in der Würdigung von Weltmeister Freund. Dieser brauchte "ein bisschen Zeit, bis ich das begriffen habe". "Ich hätte nicht gedacht, dass ich einmal einen Weltmeister abwinken darf", sagte Deutschlands Vorarlberger Trainer Werner Schuster. "Ich bin sehr gerührt." (lü, DER STANDARD, 27.2.2015)

Herren-Skispringen, Großschanze:

1. Severin Freund (GER) 268,7 (134,0/135,5)
2. Gregor Schlierenzauer (AUT) 246,4 (128,0/130,0)
3. Rune Velta (NOR) 242,9 (126,5/128,5)
4. Peter Prevc (SLO) 241,8 (134,0/125,5)
5. Stefan Kraft (AUT) 237,7 (125,0/125,5)
6. Anders Bardal (NOR) 236,5 (131,5/122,0)
7. Anders Fannemel (NOR) 233,9 (129,0/127,0)
8. Roman Koudelka (CZE) 233,6 (123,5/124,5)
9. Piotr Zyla (POL) 229,8 (123,0/121,5)
10. Markus Eisenbichler (GER) 227,9 (122,5/127,5)
11. Noriaki Kasai (JPN) 227,3 (129,5/119,5)
12. Kamil Stoch (POL) 225,0 (125,0/124,5)
13. Junshiro Kobayashi (JPN) 222,7 (119,0/130,0)
14. Michael Hayböck (AUT) 221,0 (125,0/119,5)
15. Richard Freitag (GER) 219,0 (124,0/120,5)

Weiters:
19. Janne Ahonen (FIN) 206,5 (118,5/122,5)
23. Simon Ammann (SUI) 199,5 (125,0/114,0)
32. Manuel Poppinger (AUT)

  • Gregor Schlierenzauer hat im richtigen Moment wieder zu seiner Form gefunden.
    foto: ap/matthias schrader

    Gregor Schlierenzauer hat im richtigen Moment wieder zu seiner Form gefunden.

  • Auf dem großen Faluner Bakken zu gut für die Konkurrenz: Severin Freund.
    foto: ap/ matthias schrader

    Auf dem großen Faluner Bakken zu gut für die Konkurrenz: Severin Freund.

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