Jüdische Organisationen gründen Netzwerk gegen Antisemitismus

26. Februar 2015, 15:58
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Experten wollen Judenfeindlichkeit stärker ins Bewusstsein rufen

Berlin – Im Kampf gegen Antisemitismus wollen Extremismusforscher und jüdische Wissenschaftler enger zusammenarbeiten. Nach den Anschlägen von Paris und Kopenhagen stelle die Frage nach der Sicherheit jüdischen Lebens in Europa derzeit "eine der drängendsten politischen Herausforderungen" dar, erklärte Deidre Berger, Direktorin des American Jewish Commitee (AJC), am Donnerstag in Berlin.

Experten und Organisationen gegen Antisemitismus

In einem neu gegründeten "Netzwerk zur Erforschung und Bekämpfung von Antisemitismus (NEBA)" wollen Experten und Organisationen das Thema Judenfeindlichkeit stärker thematisieren. Initiatoren sind neben dem AJC die Amadeu Antonio Stiftung und das Moses Mendelssohn Zentrum an der Universität Potsdam.

Das Netzwerk setzte sich nach eigenen Angaben das Ziel, "die politische Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus" weiter zu befördern. Dazu wollen die Experten kontinuierlich über die Entwicklung des Antisemitismus und neue Ansätze der Forschung gegen Judenfeindschaft berichten.

Verschwörungstheorien diskutiert

"Wir wollen Fragen nachgehen, die bisher bei der Diskussion um den Antisemitismus nicht ausreichend ausgewertet und beleuchtet wurden", kündigte Julius Schoeps, Gründungsdirektor des Moses Mendelssohn Zentrums, an. In diesem Zusammenhang sollten Verschwörungstheorien, Judenfeindschaft in den Kirchen, das Erstarken des Islamismus und der Umgang mit Fragen der Kunstrestitution diskutiert werden.

Für Mitte des Jahres plant das Netzwerk eine Fachkonferenz, auf der zusammen mit internationalen Experten den aktuellen Herausforderungen der Antisemitismusbekämpfung nachgegangen werden soll. (APA, 26.02.2015)

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