SPÖ versucht Comeback in Bregenz

26. Februar 2015, 15:57
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Die Frage wer mit wem nach dem 15. März in Bregenz koalieren will, beantworten nur Grüne und Rote

Bregenz – Nach zehn Jahren Schwarz-Grün könnte in Bregenz ein Farbwechsel bevorstehen. Der Volkspartei werden für den 15. März starke Verluste prognostiziert, den Freiheitlichen, die bei den beiden letzten Gemeindevertretungswahlen unter zehn Prozent lagen, deutliche Gewinne.

Andrea Kinz, die Bürgermeisterkandidatin der FPÖ spricht außer der eigenen Klientel auch Liberale und VP-Wähler an, sie könnte die Bregenzer FPÖ aus dem Tief holen. Der rührigen Gastronomin werden in der Direktwahl bessere Chancen eingeräumt als der amtierenden Vizebürgermeisterin Sandra Schoch (Grüne)

Bürgermeister Markus Linhart (VP) wollte sich bei der Diskussion der Spitzenkandidaten am Mittwochabend nicht auf einen Koalitionspartner festlegen. Er räumte jedoch ein, dass "neue handelnde Personen", gemeint ist Kinz, und die erstmals antretenden Neos "in meinem Lager Spuren hinterlassen werden".

Laut einer Umfrage des Instituts Berndt sind diese Spuren tief. Die VP könnte von 49 auf 39 Prozent fallen und müsste sich wie 2005, als sie 38 Prozent hatte, einen Partner suchen. Damals holte sich Linhart die Grünen an die Seite. 2010, die VP hatte die absolute Mandatsmehrheit nur knapp verpasst, erneuerte Linhart die schwarz-grüne Partnerschaft. Im Gegensatz zur Volkspartei, die sich bedeckt hält, erneuerten die Grünen ihr Koalitionsangebot für die nächste Legislaturperiode.

Linhart ist seit 1998 im Amt und peilt einen neuen Rekord als Langzeitbürgermeister an. Noch hält den Karl Tizian (1950 bis 1970). Dessen Nachfolger Fritz Mayer (SPÖ) war 18 Jahre Bürgermeister. Die SPÖ regierte Bregenz zwei Jahrzehnte (1970 - 1990). Langzeit-Bürgermeisterherausforderer Michael Ritsch probiert erneut ein rotes Comeback. 2005 scheiterte er knapp, machte 13 Mandate, Linharts Volkspartei schaffte 14.

Ritsch peilt für März die Stichwahl an. 2005 ging die Wahl 52 zu 47 Prozent für Linhart aus. 2010 schaffte Linhart die Mehrheit im ersten Wahlgang. Ritsch spekuliert nun mit blauer Unterstützung. Er könnte sich eine Zusammenarbeit mit Andrea Kinz vorstellen, sagte er. Die Umworbene will sich erst nach der Wahl festlegen. (Jutta Berger, DER STANDARD, 27.2.2015)

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