Viele Antibiotika-Resistenzen bei Salmonellen und Campylobacter

26. Februar 2015, 14:15
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Bei Mensch und Tier - Analyse europäischer Daten - Österreich schneidet relativ gut ab

Wien - In Europa grassieren zu einem hohen Anteil gegen Antibiotika resistente Salmonellen und Campylobacter-Keime bei Mensch und Tier. Das geht aus einem neuen Bericht der Europäischen Lebensmittelmittelbehörde (EFSA/Parma) und dem EU-Zentrum für Krankheitskontrolle (ECDC/Stockholm) hervor. Österreich schneidet dabei recht gut ab.

"Die Behandlungsmöglichkeiten bei einigen der häufigsten durch Lebensmittel übertragenen Infektionen verringern sich, da Bakterien immer resistenter werden. Zum Beispiel verbreiten sich multi-resistente Salmonellen weiterhin in Europa. Aus einigen Mitgliedsstaaten werden auch hohe Resistenzraten gegen das Antibiotikum Ciprofloxacin (ein Fluorchinolon-Breitbandantibiotikum; Anm.) bei Mensch und Tier berichtet", schrieben EFSA und ECDC am Donnerstag in einer Aussendung auf der Basis ihres aktuell veröffentlichten Berichts.

Multi-resistent gegen verschiedene Antibiotika

Demnach sind 31,8 Prozent der Salmonellen-Isolate von Menschen multi-resistent gegen verschiedene Antibiotika, bei Hühnern beträgt der Anteil 56 Prozent und bei Truthähnen 73 Prozent (gemästete Schweine mit solchen Erregern: 37,9 Prozent). Das sei Besorgnis erregend. Ähnlich ist die Situation bei Campylobacter. Gegen Ciprofloxacin resistent sind in Europa offenbar jeweils 55 Prozent der Proben mit Campylobacter jejunii-Keimen von Menschen und von Hühnern. Bei Proben von Rindern war das bei 35,8 Prozent der Fall. Bei E. coli gibt es ebenfalls hohe Prozentsätze, was Antibiotika-Resistenzen angeht.

Österreich schneidet in den Untersuchungen relativ gut ab. Ein Beispiel: Bei der häufigsten Salmonellenart (Salmonella Enteritidis) sprechen in Österreich knapp mehr als 90 Prozent der Keime auf Antibiotika an. In Spanien sind es beispielsweise nur noch rund 40 Prozent.

Hygiene reduziert Risiko drastisch

In Österreich ist in den vergangenen Jahren die Zahl der Salmonellenerkrankungen deutlich gesunken. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass es hier eine Impfung bei Geflügel gibt. Schwieriger ist seit Jahren die Bekämpfung der Verbreitung von Campylobacter bei Geflügel und Nutztieren. Dagegen gibt es keine Impfung.

Eine entsprechende Hygiene in Viehzucht, Fleischverarbeitung und vor allem in den Haushalten reduziert das Risiko drastisch. Und wenn Eier, Fleisch und Fleischprodukte bei der Zubereitung auch nur kurze Zeit ausreichend erhitzt werden, können bakterielle Belastungen wirksam verhindert werden. Als gesicherte Keimabtötung sowohl für Campylobacter als auch für Salmonellen gilt ein Erhitzen auf über 70 Grad für mindestens 15 Sekunden. (APA, derStandard.at, 27.2.2015)

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