Iran dementiert Berichte über geheime Atomanlage

26. Februar 2015, 12:18
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NWRI-Behauptungen laut Teheran als "erlogen" - Diplomaten im Atomstreit optimistisch

Teheran/New York - Der Iran hat am Donnerstag Berichte über eine geheime Atomanlage in Teheran dementiert. Die Oppositionsgruppe Nationaler Widerstandsrat Iran (NWRI) hatte am Dienstag eine Inspektion einer unterirdischen Atomeinrichtung im Nordosten der Hauptstadt gefordert. In einer am Donnerstag verbreiteten Presseerklärung nannte die iranische UNO-Mission in New York die NWRI-Behauptung "erlogen".

Der Widerstandsrat NWRI - auch Volksmujaheddin genannt - mit Sitz in Paris hatten im Jahr 2002 dabei geholfen, Teile des iranischen Atomprogramms offenzulegen. In den Jahren darauf erwiesen sich einige Behauptungen der Gruppe aber auch als falsch. Wegen der Teilnahme an verschiedenen Attentaten auf Politiker bezeichnet Teheran die Volksmujaheddin als Terroristen.

Der Westen verdächtigt die Islamische Republik seit Jahren, heimlich Atomwaffen bauen zu wollen. Die Regierung bestreitet das und pocht auf ihr Recht zur friedlichen Nutzung der Kernenergie.

Diplomaten optimistisch

Zuletzt gaben sich hochrangige europäische Diplomaten, die nicht beim Namen genannt werden wollen optimistisch."Ein grundsätzlicher Deal bis zur ersten Deadline Ende März ist möglich. Ich sage nicht, dass er wahrscheinlich ist, aber er ist möglich", so einer der Diplomaten.

"Wir haben bei den jüngsten Gesprächen in Genf einige Fortschritte erzielt, aber es gibt noch eine gewisse Distanz zu bewältigen", ergänzte ein anderer.

An einen Plan B für den Fall, dass die Gespräche zwischen den fünf UNO-Vetomächten plus Deutschland und dem Iran scheitern, denke momentan niemand, so der Diplomat weiter. "Derzeit haben alle Verhandlungspartner den Fokus darauf, dass bis in einem Monat eine grundsätzliche Einigung erzielt werden kann."

Eine andere informierte Quelle fügte hinzu, dass es genügend konstruktive und produktive Verhandlungen gegeben habe, um den Prozess weiterzuführen. Dass der Oberste Geistliche Führer des Iran, Ali Khamenei, hinter dem iranischen Verhandlungsteam stehe, könne das "Sahnehäubchen" bei einer Einigung werden.

Nach mehreren geplatzten Fristen soll es nun bis 31. März eine grundsätzliche politische Einigung geben, bis 30. Juni eine endgültige Lösung. Die Gespräche finden hinter verschlossenen Türen statt - meist dringt sehr wenig über die konkreten Verhandlungen nach außen. (APA, 26.2.2015)

  • Irans Präsident Rohani.
    foto: epa/presidential official website/handout

    Irans Präsident Rohani.

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