"Barbarenschatz"-Finder in Deutschland zu Bewährungsstrafe verurteilt

26. Februar 2015, 11:59
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23-Jähriger Raubgräber hatte Gold- und Silberschatz aus dem 5. Jahrhundert gehoben

Speyer - Weil er in der Südpfalz einen als einmalig geltenden Gold- und Silberschatz aus dem 5. Jahrhundert illegal gehoben und monatelang gehortet hat, ist ein 23-Jähriger vom Amtsgericht Speyer wegen Unterschlagung zu 15 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Der Angeklagte muss zudem 3.000 Euro an ein Kinderhospiz zahlen.

Zwar habe er den Fund letztlich ausgehändigt, Indizien würden aber dafürsprechen, dass er das nur aus Angst vor polizeilichen Ermittlungen gemacht habe, sagte Richterin Sascha Umealo-Wells. Mit dem Urteil liegt das Gericht drei Monate unter der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte einen Freispruch gefordert und kündigte nun Rechtsmittel an.

Umfassender Fund

Der Angeklagte selbst äußerte die Vermutung, an ihm solle ein Exempel statuiert werden. Er hatte den gut 100 Objekte umfassenden "Barbarenschatz" im Mai 2013 in der Südpfalz entdeckt, als er ohne Genehmigung mit einem Metalldetektor den Boden absuchte. Im Dezember 2013 händigte er den Fund aus.

Der "Barbarenschatz" umfasst eine Reihe von Objekten aus Silber und Gold, darunter eine Silberschale, verschiedene Gewandapplikationen, Statuetten sowie Reste eines versilberten und vergoldeten Klappstuhls. Der Schatz wird auf etwa die Mitte des 5. Jahrhunderts datiert und einem ostgermanischen oder hunnischen Würdenträger zugeschrieben. (APA/red, derStandard.at, 26.2.2015)

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