EVN zum Jahresauftakt mit Gewinnplus

26. Februar 2015, 09:45
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Höherer Umsatz und zwei Drittel mehr Nettogewinn trotz wärmerer Witterung. Weniger Gas- und Strom-Verkauf an Endkunden

Wien/Maria Enzersdorf – Der niederösterreichische Versorger EVN hat zum Geschäftsjahresbeginn 2014/15 (Oktober bis Dezember) wie erwartet einen kräftigen Gewinnanstieg erzielt. Trotz wärmerer Temperaturen in Österreich erzielte man 8,7 Prozent Umsatzplus auf 600 Mio. Euro und steigerte den Nettokonzerngewinn prognosekonform um 66 Prozent auf 73,1 Mio. Euro. Im Gesamtjahr soll der Gewinn über dem Niveau 2012/13 liegen.

Operativ legte man beim EBITDA um 32 Prozent auf 184,8 Mio. Euro zu und beim EBIT um 53 Prozent auf 121,2 Mio. Euro - beides im Rahmen der Erwartungen -, wobei die Vorjahreszahlen nachträglich an IFRS angepasst wurden. Die EBITDA-Marge verbesserte sich auf 30,8 (25,2) Prozent, die EBIT-Marge auf 20,2 (14,3) Prozent.

Der durch den milden Winter 2014/15 sowie die durchschnittlich 10-prozentige Endkunden-Preissenkung für Strom per 1. Oktober 2014 verringerte Ergebnisbeitrag des Energievertriebs wurde durch höhere Ergebnisse u.a. der Rohöl-Aufsuchungs AG (RAG) - 10,7 nach 8,6 Mio. Euro - sowie der Energie Burgenland (5,4 nach 3,6 Mio. Euro) überkompensiert. Der Ergebnisanteil at equity einbezogener operativer Unternehmen stieg in Summe um 2,6 Prozent auf 37,8 (36,9) Mio. Euro.

Temperaturbedingter Energiebedarf ging zurück

In Österreich ging der temperaturbedingte Energiebedarf im Zeitraum Oktober bis Dezember im Vorjahresvergleich um 12,8 Prozent zurück, heißt es im Quartalsbericht. In Bulgarien stieg die Heizgradsumme dagegen leicht um 2,8 Prozent - es war also etwas kälter -, in Mazedonien blieb sie jedoch 7,0 Prozent unter Vorjahr.

Der Stromverkauf an Endkunden verringerte sich im 1. Quartal 2014/15 leicht um 3,0 Prozent auf 5.118 GWh. Der Wärmeverkauf an Gaskunden gab stärker nach um 13,0 Prozent auf 1.786 GWh, bei Wärme gab es ein Minus von 2,5 Prozent auf 637 GWh. Die Stromerzeugung der EVN stieg dagegen um 40,4 Prozent auf 1.364 GWh an, wobei die Zuwächse den kalorischen Kraftwerken zu verdanken sind.

Die laufenden Abschreibungen wuchsen um 4,8 Prozent auf 63,6 Mio. Euro, überwiegend aus der planmäßigen Abschreibung des Kraftwerks Duisburg-Walsum nach der Inbetriebnahme. Das Finanzergebnis lag mit -24,4 Mio. Euro um 33,2 Prozent unter jenem des Vorjahreszeitraums.

Der Cash Flow aus dem Ergebnis wuchs um 21,7 Prozent auf 166,6 Mio. Euro, jener aus dem operativen Bereich sank wegen eines erhöhten Working Capitals um 93,9 Mio. auf 92,4 Mio. Euro. Der Cash Flow aus dem Investitionsbereich stieg dagegen um 248,2 Mio. auf 60,9 Mio. Euro. Die Investitionen sanken um 37,9 Prozent auf 65,5 Mio. Euro. In den nächsten vier Jahren will die EVN rund 1 Mrd. Euro in Netze, erneuerbare Energie und Wasserversorgung in Niederösterreich investieren.

Die Nettoverschuldung lag zum 31. 12. mit 1,353 Mrd. Euro um 20,5 Prozent tiefer als zum 30. 9. Das Eigenkapital stieg um 1,4 Prozent auf 2,670 Mrd. Euro, womit sich die Eigenkapitalquote auf 40,0 (38,5) Prozent verbesserte. Das Gearing sank in den drei Monaten von 61,6 auf 50,7 Prozent.

Guter Ausblick

Am Ausblick für das Geschäftsjahr 2014/15 (per 30. 9.) hält die EVN nach dem 1. Quartal fest. Das Konzernergebnis werde über dem Niveau des Jahres 2012/13 erwartet, heißt es. Im abgelaufenen Jahr 2013/14 hatte es ja - wegen 566 Mio. Euro Wertberichtigungen - einen Verlust von 299 Mio. Euro gegeben, wie das Unternehmen im Dezember vermeldete.

Wesentlich beeinflusst werden könnte das Konzernergebnis heuer aber durch die regulatorischen Rahmenbedingungen, die Entwicklungen in den eingeleiteten Verfahren im Zusammenhang mit den Forderungen aus den Tarifentscheidungen in Bulgarien und im Zusammenhang mit dem Kraftwerk Duisburg-Walsum sowie den Fortgang der Aktivitäten in Moskau, betonte die EVN am Donnerstag in einer Aussendung. (APA.26.02.2015)

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