ORF arbeitet an drei Stunden Frühstücks-TV - Landesstudios federführend

25. Februar 2015, 07:32
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Salzburgs Landesdirektor Brunhofer leitet das Projektteam, das jetzt ein Konzept ausarbeitet

Wien - Der ORF könnte Frühstücksfernsehen aus den Landesstudios bekommen: Bei der Managementklausur in Reichenau an der Rax präsentierte Salzburgs ORF-Landesdirektor Roland Brunhofer ein Konzept, das offenbar bei den Führungskräften sehr gut angekommen ist. Brunhofer soll seinen Ansatz nun nach STANDARD-Infos in einem Projektteam konkreter ausarbeiten. Das bestätigt der ORF auf Anfrage.

Drei Stunden Morgenschiene

Erste Infos über das Konzept klingen ziemlich ambitioniert: Drei Stunden könnte diese Morgenschiene dauern, sagen Menschen, die Brunhofers Überlegungen kennen sollten. Sie soll unter Federführung der Landesstudios stehen. Die Landesstudios bekommen gerade für mehr Regional-TV im ORF insgesamt 18 redaktionelle Mitarbeiter als Verstärkung.

Brunhofers Vorschlag sieht offenbar viele Schaltungen zu Teams an Orten des Geschehens am Morgen vor. Das soll der zentralen Morgensendung eine "starke regionale Komponente" verleihen, zugeliefert von den Landesstudios.

Viel Geld, aber auch viel Quote

Frühstücksfernsehen stand als Projekt schon in Generalsbewerbungen von ORF-Chef Alexander Wrabetz. Starkes Argument dafür seit eh und je: In der Früh sind relativ leicht zusätzliche Marktanteile zu gewinnen, die den seit Jahren rücklaufigen Tagesmarktanteil des ORF stabilisieren könnten.

Starkes Gegenargument bei allen Berechnungen bisher: Frühstücksfernsehen ist im bisherigen Tagesbiorhythmus des ORF sehr teuer. Teurer wohl als die bisher für Österreich-Kurznachrichten veranschlagten rund 2,5 bis drei Millionen zusätzlich, rund 300.000 Euro pro Landesstudio wurden dafür bisher kalkuliert.

Eine Frühshow würde naturgemäß die Kosten von Fünf-Minuten-Kurznachrichten deutlich übersteigen – andererseits aber bei weit geringeren Kosten pro Minute für eine sehr lange Programmstrecke.

Regional-TV Thema im Stiftungsrat

In einer Woche diskutieren die Stiftungsräte des ORF "neue Programmleistungen im Fernsehen durch verstärkte Einbindung der Landesstudios". Bisher waren vor allem regionale Kurznachrichten vor der "ZiB 2" und ein längeres "Bundesland heute" Thema. Könnte gut sein, dass die Frühstücksvariante bei ihnen ähnlich gut ankommt wie im ORF-Management. (fid, derStandard.at, 25.2.2015)

  • ORF-General Alexander Wrabetz hatte Frühstücksfernsehen schon in seinen Bewerbungen für die ORF-Führung. Nun könnten die Landesstudios das Projekt übernehmen.
    foto: apa

    ORF-General Alexander Wrabetz hatte Frühstücksfernsehen schon in seinen Bewerbungen für die ORF-Führung. Nun könnten die Landesstudios das Projekt übernehmen.

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