Benetton krempelt Konzern um

25. Februar 2015, 09:00
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Duty-Free-Kette WDF vor Verkauf - Umbau bei Autogrill

Gilberto Benetton, 74-jähriges Finanzgenie der Unternehmerfamilie Benetton, will die Beteiligung bei der Duty-Free-Kette WDF abgegeben und den Autobahnrestaurantkonzern Autogrill umkrempeln. Dies bestätigte der Unternehmensgründer am Dienstag.

"Alle Möglichkeiten stehen offen" bestätigte er Gerüchte über den WDF-Beteiligungsverkauf. Angeblich sind Verhandlungen mit der Schweizer Dufry-Gruppe fortgeschritten. Dufry sei gewillt, für 20 Prozent Anteile an WDF bis zu 500 Mio. Euro zu zahlen. Auch das französische Konglomerat Lagardère und der Luxushersteller Bernard Arnault (LVMH-Gruppe) sowie US-Finanzinvestoren scheinen an WDF interessiert zu sei.

Gilberto Benetton sah bereits in den Neunzigerjahren die Notwendigkeit, zu diversifizieren. Dafür nutzte er die damalige Privatisierungswelle, indem er unter anderem die Mehrheitsbeteiligung an Autostrade und der Restaurantkette Autogrill erwarb. Mit Beteiligungen an den Flughäfen von Rom (Gemina), Florenz, Bologna und Turin zählt Benetton auch zu den wichtigsten Flughafenbetreibern in Italien. Die neu erworbenen Gesellschaften wurden in die Familienholding Edizione integriert, der Gilberto heute noch als Präsident vorsteht. Nun will er nicht nur die WDF Anteile abgeben, sondern auch Autogrill umbauen.

Infolge der Wirtschaftskrise sind Umsatz und Gewinn von Autogrill zurückgegangen. Nun setzt Gilberto nicht mehr auf Schnellimbisse für Autofahrer, sondern auf erlesene Kost für Feinschmecker. Der neue vierstöckige Autogrill Tempel hat in der vierten Etage einen eigenen Raum für Ausbildung von Küchenchefs und einem Slow-Food-Restaurant.

Der Gastronomie Tempel entsteht gegenüber dem Mailänder Dom. Kein Geringerer als der Erfinder von Slow Food, Carlo Petrini, macht am Projekt mit. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, DER STANDARD, 25.2.2015)

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