G&D: "SIM-Karte nach wie vor sicher"

24. Februar 2015, 17:50
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Deutscher Hersteller hat "keine Erkenntnisse", dass Kartenschlüssel entwendet wurden

Nachdem bekannt geworden ist, dass sich die Geheimdienste NSA und GCHQ Zugriff auf die SIM-Karten des Herstellers Gemalto verschafft haben sollen, versucht die Branche zu beruhigen. Laut dem deutschen SIM-Kartenhersteller Giesecke & Devrient (G&D) seien seine SIM-Karten "nach wie vor sicher".

Angriff auch auf G&D geplant gewesen

"Die SIM-Karte ist so sicher, dass selbst Geheimdienste in dem jüngst bekannt gewordenen Fall es vorgezogen haben, die Schlüssel zu stehlen anstatt die SIM-Karte anzugreifen", schreibt das Unternehmen in einer Stellungnahme. Die bekannt gewordenen Attacken der Geheimdienste nehme man dennoch ernst. Aus neuen Snowden-Dokumenten geht hervor, dass die Geheimdienste auch einen Angriff auf die Karten des Müncher Unternehmens geplant hatten.

G&D: Kein Zugriff auf Zentralschlüssel wie bei Gemalto

Hauptfunktion der Karte ist es, den Handynutzer gegenüber dem Mobilfunknetz zu authentisieren. Laut den Snowden-Unterlagen haben sich die Geheimdienste Zugriff auf die Zentralschlüssel von Gemalto für die Absicherung von SIM-Karten verschafft. G&D habe bislang nach eigenen Aussagen keine Erkenntnisse darüber, dass seine SIM-Kartenschlüssel entwendet wurden. Man setze "höchste Sicherheitsverfahren und -prozesse" ein. Diese würden derzeit dennoch überprüft.

Zu den Kunden des Unternehmens mit Sitz in München zählen unter anderem Regierungen, Banken und Mobilfunkunternehmen. G&D ist der derzeit wichtigste Lieferant von SIM-Karten für Österreich. (br, derStandard.at, 24.2.2015)

  • Geheimdienste haben sich Zugriff auf die Schlüssel des SIM-Kartenstellers Gemalto verschafft. Bei G&D sind die Karten nach eigenen Angaben noch sicher.
    foto: reuters/dado ruvic

    Geheimdienste haben sich Zugriff auf die Schlüssel des SIM-Kartenstellers Gemalto verschafft. Bei G&D sind die Karten nach eigenen Angaben noch sicher.

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