Betriebsversammlung bei Bene

24. Februar 2015, 12:39
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Der Büromöbelhersteller braucht dringend Geld, die Investorensuche läuft

Wien/Waidhofen a.d. Ybbs - Beim finanziell angeschlagenen Büromöbelhersteller Bene findet heute am Stammsitz in Waidhofen (NÖ) eine Betriebsversammlung statt, bestätigte Sprecherin Belinda Ableitinger der APA einen entsprechenden Bericht in den "Oberösterreichischen Nachrichten" (Dienstag). Worum es bei der Versammlung gehen wird, sagte sie nicht.

Erst Anfang des Monats wurde bekannt, dass Bene am Standort Waidhofen 29 Mitarbeiter aus dem Produktionsbereich mit Ende Jänner gekündigt hat. Ein Teil der betroffenen Arbeiter hat ein Sozialgeld-Angebot des Unternehmens angenommen und sich freiwillig zur Kündigung gemeldet, ältere Arbeitnehmer gingen in Altersteilzeit. Ein weiterer Mitarbeiterabbau sei aus derzeitiger Sicht nicht geplant, sagte Bene-Vorstand Rudolf Payer zuletzt. Letztendlich sei aber die Marktentwicklung entscheidend.

Russland/Ukraine-Konflikt belastet

Der Russland/Ukraine-Konflikt macht dem Unternehmen schwer zu schaffen. Die Region CEE/Russland/GUS ist der umsatzmäßig drittwichtigste Markt für Bene. Der Büromöbelhersteller hat ein negatives Eigenkapital und kämpft seit langer Zeit mit Verlusten, wenngleich sich diese in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2014/15 weiter reduziert haben. Die Ergebnisse für das Gesamtjahr werden am 21. Mai präsentiert.

Seit Payer bei Bene das Ruder übernommen hat, stellte er mehrfach in Aussicht, dass Anfang 2015 feststehen soll, welche Maßnahmen zur dringenden Kapitalbeschaffung ergriffen werden. Dem Vernehmen nach läuft es auf einen Investor hinaus. Es soll mehrere Interessenten geben, als heißer Kandidat gilt laut "OÖN" der Sanierer Erhard Grossnigg. Interesse sollen auch die polnische Nowy Styl-Gruppe, der schwedische Kinnarps-Konzern und Haworth aus den USA haben.

Von den Banken hat Bene noch bis Anfang 2016 Rückendeckung. Bene gehört zu 42,5 Prozent der Bene Privatstiftung, hinter der die Familie Bene steht. Die Bereitschaft der Familie, Geld in die Firma zu stecken, ist enden wollend. (APA, 24.2.2015)

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