Alltagsdinge: Unscheinbar großartig

3. März 2015, 06:28
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Dinge des Alltags: Der "Werkraum Bregenzerwald" zeigt die Schau "No Name Design"

Der Bregenzerwald ist nicht nur einer der feschesten Flecken des Landes, sondern verfügt auch über eine der interessantesten Design-Handwerk-Architektur-Plattformen weit und breit. Diese nennt sich "Werkraum Bregenzerwald" und hat den Stararchitekten Peter Zumthor derart begeistert, dass er für die Initiative das sogenannte "Werkraum Haus" in Andelsbuch plante.

foto: hansen
"Draht"

Dieses zeigt derzeit die Schau "No Name Design", welche von den Machern als eine Liebeserklärung an die unscheinbaren Dinge, die uns wertvolle Alltagsbegleiter sind, verstanden wird.

foto: hansen
Franco Clivio

Der Gestalter Franco Clivio, Lehrer an diversen Designschulen und Entwerfer von Objekten für Firmen wie Gardena, Siemens oder Lamy, trug circa 1000 zumeist kleine Objekte zusammen. Für sein Sammelsurium stöbert er immer wieder durch Flohmärkte oder schaut bei Trödlern und anderen Händlern vorbei. Clivio im Zitat: "Ich sammle, seit ich Hosensäcke habe." Oder: "Finden ist sehen und denken."

foto: hansen
"Fast alles falsch"

Im Werkraum-Haus wurde aus seinen Findlingen eine Art Wunderkammer, in der Klappmesser, Brillen, Werkzeuge und vieles andere präsentiert werden. Außerdem wird in 40 Fotosequenzen gezeigt, wie die Gegenstände funktionieren. Aber damit nicht genug: All diese Objekte erzählen auch nach Themen geordnet Geschichten. Eine davon beginnt damit, dass sich Kaiser Nero einen Smaragd vors Auge hielt, um sich vor dem Sonnenlicht zu schützen, eine andere geht der Seele von Draht auf den Grund.

(Michael Hausenblas, Rondo, DER STANDARD, 27.2.2015)

Ausstellung "No Name Design" im Werkraum Bregenzerwald, Hof 800, 6866 Andelsbuch; die Schau ist bis zum 2. Mai zu sehen.

www.werkraum.at

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