In Deutschland sprudeln die Einnahmen

24. Februar 2015, 08:20
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Der deutsche Staat hat 2014 das dritte Jahr in Folge schwarze Zahlen geschrieben. Der Überschuss fiel überraschend hoch aus

Berlin - Dank des überraschend starken Schlussquartals ist die deutsche Wirtschaft 2014 noch etwas schneller gewachsen als bisher angenommen. Die Wirtschaftsleistung (BIP) stieg um 1,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. In einer ersten Schätzung im Jänner hatten die Statistiker noch ein etwas kleineres Plus von 1,5 Prozent errechnet.

Wachstumstreiber in Europas größter Volkswirtschaft waren zum Jahresende erneut die privaten Haushalte, die ihre Konsumausgaben noch einmal um 0,8 Prozent zum Vorquartal steigerten. Die staatlichen Konsumausgaben waren um 0,2 Prozent höher. Auch die Anlageinvestitionen entwickelten sich positiv: Vor allem in Bauten wurde deutlich mehr investiert (plus 2,1 Prozent) als im dritten Quartal 2014, die Investitionen in Ausrüstungen (plus 0,4 Prozent) und sonstige Anlagen (plus 0,2 Prozent) stiegen leicht. Die Exporte wuchsen mit 1,3 Prozent schneller als die Importe mit 1,0 Prozent und kurbelten somit die Wirtschaft an.

Mehr Einnahmen

Dem deutschen Staat verhalf das Wachstum 2014 das dritte Jahr in Folge zu schwarzen Zahlen. Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung nahmen zusammen 18 Milliarden Euro mehr ein als sie ausgaben. Die Summe entspricht einem Überschuss von 0,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. Das Ergebnis fiel damit deutlich besser aus als angenommen: Zunächst war nur von einem Plus von rund zwölf Milliarden Euro die Rede. In den beiden Vorjahren lag der Überschuss bei jeweils 0,1 Prozent. Nach der Wiedervereinigung gab es nur im Jahr 2000 ein besseres Ergebnis: Dafür waren hohe Einmalerlöse aus dem Verkauf der UMTS-Mobilfunklizenzen verantwortlich.

Diesmal sorgte die gute Konjunktur mit Rekordbeschäftigung und steigenden Löhnen für das positive Ergebnis: Sie spülte höhere Steuereinnahmen und Sozialbeiträge in die Staatskassen. Davon profitierte insbesondere der Bund, der mit 11,4 Milliarden Euro den größten Überschuss schaffte. 2013 hatte noch ein Defizit von 4,5 Milliarden Euro zu Buche geschlagen. "Auch die Länder setzten den eingeschlagenen Konsolidierungsweg fort", erklärten die Statistiker. Sie kamen auf ein Plus von 1,9 Milliarden Euro, das der Gemeinden lag bei 1,3 Milliarden Euro. Die Sozialversicherung meldete ein positives Ergebnis von 3,4 Milliarden Euro.

Die EU-Kommission geht davon aus, dass Deutschland sowohl im laufenden als auch im kommenden Jahr schwarze Zahlen schreibt. Sie rechnet mit einem Überschuss von jeweils 0,2 Prozent. Der Start ins neue Jahr lief für den Fiskus vielversprechend: Im Januar flossen 43,2 Milliarden Euro in die Kassen von Bund und Länder - das sind 4,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. (APA, 24.2.2014)

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