Mossad widersprach Netanjahu bei Iran-Atomprogramm

23. Februar 2015, 22:11
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Veröffentlichung geheimer Daten während Atomdialogs

Genf/Washington/Katar - Fortschritte soll es zwar gegeben haben - eine Einigung im iranischen Atomstreit gab es aber auch am Montag nicht, als in Genf wieder die Außenminister des Iran und der USA, Mohammed Javad Zarif und John Kerry, über eine Lösung im Atomstreit sprachen. Aus der US-Delegation war nach dem Treffen zu hören, dass es Annäherung in einigen Punkten gegeben habe.

Aus dem Iran hatte es zuvor geheißen, man spreche mittlerweile über "Details" - habe aber in diesen Fragen noch nicht zueinandergefunden. Ähnliches galt vorerst auch für Verhandlungen aller Vertreter der 5+1-Gruppe mit dem Iran am Sonntag. Diese sollen nun aber schon kommende Woche fortgesetzt werden.

Wirbel um "Spionage-Leaks"

Zusätzliche Spannungen könnten sich in den Verhandlungen, die bis Ende März zu einem Abschluss kommen sollen, durch die Veröffentlichung neuer Geheimdienstdokumente ergeben.

Die britische Zeitung "Guardian" und der katarische Fernsehsender Al-Jazeera berichteten am Montag unter Berufung auf geheime Korrespondenzen, der Mossad habe wenige Wochen nach einer Rede Netanjahus vor der UN-Vollversammlung in einem Bericht dessen Einschätzung widersprochen und erklärt, der Iran habe "nicht die notwendige Aktivität" zur Herstellung einer Atombombe.

Die Dokumente sollen aus Beständen des südafrikanischen Geheimdienstes SSA stammen und die Inhalte bisher geheimer Gespräche zwischen SSA und ausländischen Diensten offenlegen.

Cyberkrieg USA gegen Iran

Auch aus den Snowden-Beständen waren schon am Wochenende neue Informationen bekannt geworden. Die Webseite The Intercept berichtete über Memos, die 2013 von der NSA angefertigt wurden. Diese sollen das Ausmaß des Cyberkriegs zwischen den USA und dem Iran offenlegen - und Sorgen der USA um die Abwehr-Fähigkeiten. Sie zeigen zudem enge Zusammenarbeit der USA mit britischen und israelischen Diensten beim Versuch, Irans Führungsriege abzuhören. (red, DER STANDARD, 24.2.2015)

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