Was hinter 21 Millionen Euro Bilanzverlust der "Krone" steckt

24. Februar 2015, 07:03
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Verzicht auf Forderungen an "krone.at" 2013/14 - Krone Multimedia schrieb über die Jahre Verluste

Wien - 21 Millionen Euro Verlust? In der operativen Verlagsgesellschaft von Österreichs weitaus größter und ziemlich zweifelsfrei profitabler Tageszeitung, der Krone? So steht es unter dem Strich in der Gewinn-und-Verlust-Rechnung der Krone-Verlag GesmbH & Co KG, die gerade beim Firmenbuch deponiert wurde.

Den Verlust weist die Gesellschaft hinter der Krone für 2013/14 aus. Ihre Geschäftsjahre enden jeweils zum 30. Juni.

Die Umsätze der Firma waren stabil: 52,178 Millionen nach 52,12 Millionen 2012/13. Im Wesentlichen kommen diese Einnahmen aus dem Budget der Mediaprint, das die gemeinsame Tochter von Krone und Kurier den Zeitungsgesellschaften zuteilt.

Der Bilanzgewinn ließ Stabilität vermissen: Nach 631.000 Euro über null fiel er auf minus 21.096.944 Euro und 67 Cent.

Dabei sank der Personalaufwand der Krone-Gesellschaft in dieser Zeit doch ein Stück von 42,2 auf 38,8 Millionen Euro; das operative Ergebnis (EGT) stieg von 690.000 auf 2,43 Millionen Euro.

Auf Verrechnungsforderungen verzichtet

Woher also der Bilanzverlust? Der rührt von "außerordentliche Aufwendungen" in der Höhe von exakt 23,5 Millionen Euro. Die Firma hat laut Bilanz auf Darlehens- und Verrechnungsforderungen an die Krone Multimedia GesmbH & Co KG verzichtet. Die betreibt vor allem das Portal krone.at.

Die Krone Multimedia schrieb über die Jahre Verluste zwischen 2,8 und zuletzt wieder 3,6 Millionen Euro, 2013/14 war das operative Ergebnis gut 3,3 Millionen negativ. Unter dem Strich steht nun aber bei der Multimedia - dank 23,5 Millionen "außergewöhnlichem Ergebnis" durch den Forderungsverzicht ein Plus von 20,16 Millionen. Das negative Eigenkapital der Multimedia schmolz so von minus 24 Millionen Euro auf nur noch minus 3,84 Millionen.

Auch bei Multimedia-Mutter Krone Verlag Vermögensverwaltung schnellte der Gewinn nach oben: von 3,6 auf 32,77 Millionen.

Doch am Ende gleicht sich alles aus: 23,5 Millionen Euro Gewinn aus der Vermögensverwaltung wurden ebenso den Gesellschafter zugeordnet wie die 21,1 Millionen Verlust der Krone Verlag. Beide Firmen gehören je zur Hälfte Familie Dichand und der Funke-Gruppe. (fid, DER STANDARD, 24.2.2015)

  • Die "Krone", Österreichs größte Tageszeitung.
    foto: apa/georg hochmuth

    Die "Krone", Österreichs größte Tageszeitung.

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