Rinderseuche IBR/IPV in Exportstall in Tirol nachgewiesen

23. Februar 2015, 10:46
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Die betroffenen Tiere leiden unter infektiöser bovine Rhinotracheitis oder infektiöser pustulöser Vulvovaginits - für Menschen besteht keine Gefahr

Die Rinderseuche IBR/IPV ist bereits Ende Jänner bei mehreren für den Export nach Algerien vorgesehen Tieren in Tirol festgestellt worden. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, wurde es bis Ende Februar untersagt Rinder auf Viehmärkte, Tierauktionen und Nutztierschauen zu bringen, heißt es vom Gesundheitsministerium.

Für Menschen ungefährlich

Der Erreger ist für den Menschen ungefährlich, betroffene Tier müssen jedoch geschlachtet werden. In der Mehrzahl der Bundesländer befinden sich laut Gesundheitsministerium Rinderbestände, die nachweislich mit positiven oder zumindest ansteckungsverdächtigen Tieren in Kontakt waren, genaue Zahlen lagen noch nicht vor.

Laut Tirols Landesveterinärdirektor Josef Kössler gibt es durch die Fälle keine Auswirkungen auf Lebensmittel wie Milch und Fleisch, hieß es auf dem offiziellen Portal des Bundeslandes. Die im Jänner aufgenommenen epidemiologischen Erhebungen ergaben, dass sich die Seuche inzwischen österreichischen und mit großer Wahrscheinlichkeit auch in ausländischen Betrieben ausgebreitet hat. Genannt wurden Bayern, Schweiz und Italien.

Bis Ende März sollen dann alle Tiere, welche für Viehmärkte und dergleichen vorgesehen sind, davor nachweislich auf IBR/IPV untersucht worden sein. Bisher war klar, dass der Erreger bereits im Dezember 2014 in den betroffenen Bestand eingeschleppt wurde, ebenso waren Rinder, die zuvor nach Algerien exportiert wurden, infiziert.

Übertragung durch Herpesvirus

Bei IBR/IPV handelt es sich um die infektiöse bovine Rhinotracheitis/infektiöse pustulöse Vulvovaginits, die durch einen Herpesvirus übertragen wird. Betroffene Rinder können Fieber haben, zeigen insbesondere Ausfluss aus Nase und Augen und neigen zu Aborten. Nach einer Infektion sind die Tiere zudem lebenslang Virusträger.

Die Übertragung erfolgt bevorzugt direkt von Tier zu Tier, ist aber auch über indirekten Kontakt, zum Beispiel über ungenügend gereinigte Transportfahrzeuge oder Stallutensilien, möglich, berichtete das Gesundheitsministerium.

1990 gab es noch 1.989 positive Rinder aus 681 Betrieben. Seit 1999 ist Österreich amtlich anerkannt frei von der IBR/IPV. Die einstigen Reihenuntersuchungen wurden seitdem auf Stichproben reduziert. (APA, derStandard.at, 23.2.2015)

  • Laut Behörden gibt es keine Auswirkungen auf Lebensmittel wie Milch und Fleisch.
    foto: carmen jaspersen/dpa

    Laut Behörden gibt es keine Auswirkungen auf Lebensmittel wie Milch und Fleisch.

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